Donnerstag, 13. Juni 2013

Ich hatte da so Lust drauf - Interview FNP


Josefine Preuß (27) findet "Rubinrot" besser als "Harry Potter". 

"Ich hatte da so Lust drauf"

Josefine Preuß kommt mit „Rubinrot“, der Verfilmung der dreiteiligen Buch-Reihe, in die Kinos

Die Schauspielerin, die durch die Fernsehproduktion "Das Adlon" weithin bekannt wurde, spielt eine Nebenrolle im ersten Teil der Fantasy-Sage.

Der Dreiteiler "Liebe geht durch alle Zeiten" von Kerstin Gier ist in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern zum Bestseller geworden. In rund 30 Sprachen wurden die Bücher "Rubinrot", "Saphirblau" und "Smaragdgrün" nach Angaben des Würzburger Arena-Verlages übersetzt. Der zweite Band der literarischen Zeitreise schaffte es in der englischen Übersetzung sogar auf die Liste der bestverkauften Kinderbücher, die von der "New York Times" erstellt wird. In der Verfilmung des Regisseurs Felix Fuchssteiner spielt nun Josefine Preuß die Nebenrolle der Lucy. Britta Schultejans unterhielt sich mit der 27-jährigen Darstellerin.
Frau Preuß, Sie sind ein großer Fan der "Rubinrot"-Buchreihe und haben schon die Hörbücher eingelesen. 

Wie gefällt Ihnen jetzt der erste Film?
JOSEFINE PREUSS: Was ich an dem Film so unglaublich toll finde: Er sieht so schön undeutsch aus. Viele regen sich ja immer über das deutsche Kino auf, aber ich finde, der sieht wirklich überhaupt nicht deutsch aus. Klar, die Geschichte spielt in London, aber nur Maria war da – sonst haben wir alles in Deutschland gedreht, und es sieht nicht danach aus. Auch die Machart des Films sieht nicht deutsch aus, und das finde ich ganz, ganz toll. Ich glaube, da können wir mithalten mit internationalen Produktionen.

Gibt es Ihrer Ansicht nach in Deutschland zu wenige "undeutsche" Filme, die es von der Inszenierung her mit den großen internationalen Inszenierungen aufnehmen können?
PREUSS: Jein. "Rubinrot" und auch andere Beispiele sind ein Zeichen dafür: Wir können es schon. Es ist ein bisschen aufwendiger und teurer, aber wir können es wirklich. Da kann man noch so viel meckern über das deutsche Kino und das deutsche Fernsehen. Es gibt aber so tollen Serien wie den "Tatortreiniger". Wir können es – wenn wir wollen!

Wollen wir denn nicht?
PREUSS: Doch, aber es fehlen die finanziellen Mittel. Das ist ja immer wieder das gleiche problem – das liebe Geld. Immer wieder.

Wäre Sponsoring, so wie man es aus dem amerikanischen Kino kennt, für Sie auch in Deutschland ein Weg aus diesem Dilemma?
PREUSS: Auch jein. Je mehr Leute sponsern, desto mehr Mitspracherecht bekommen sie. Da nimmt man den Filmemachern auch Räume für ihre Kreativität. Das ist das gleiche wie mit den Spielfilm-Fernsehredaktionen. Da gibt es Beispiele, da streitet man sich bei einem Jugenddrama um das Wort "Fuck", weil die Redaktion es nicht drinhaben will. Je mehr Leute sich einmischen, desto schwieriger wird es. Das tut einem Film ja dann meistens auch nicht gut.

Kommen diese Streitigkeiten mit Redaktionen oft vor?
PREUSS: Ja! Nicht immer, aber oft. Es gibt wirklich sehr gute Redakteure in Deutschland, es gibt aber auch viele, die vom Filmgeschäft keine Ahnung haben – aber so tun.

Was gefällt Ihnen an "Rubinrot" so gut?
PREUSS: Ich find das tatsächlich besser als "Harry Potter". Bei "Harry Potter" bin ich in der Mitte des zweiten Bandes irgendwann ausgestiegen. Muggels und so – was für ein Mist! Bei "Rubinrot" hab ich dagegen den Verlag angerufen und gefragt, wann endlich der nächste Band rauskommt. Dann wurden Gerüchte laut, dass der Stoff verfilmt werden soll – und auch noch in Deutschland, was ich toll finde. Eine Cornelia Funke ist nach Amerika gegangen, aber das nur am Rande. Ich hab dann gedacht: Ich lese jetzt seit drei Büchern von rothaarigen Frauen, die in der Zeit reisen. Also, wenn ich nicht angefragt werde, ob ich in dem Film mitspielen will, dann fress’ ich einen Besen. Ich habe für die Rolle der Lucy zugesagt, ohne das Drehbuch gelesen zu haben. Ich hatte da so Lust drauf!

Vom 14. März an in den Kinos
Artikel vom 11.03.2013, 02:50 Uhr
Quelle: FNP

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