Dienstag, 17. September 2013

Eine große Klassenfahrt (Gala)

In ihrem neuen Kinofilm "Lost Place" begibt sich die Schauspielerin Josefine Preuß auf eine lebensgefährliche Schatzsuche. Mit "Gala.de" hat sie über den Spaß am Set, das Handy-Verbot in ihrem Schlafzimmer und ihre Vorliebe für Großstädte gesprochen

Sie ist gefragt, wie nur wenige deutsche Schauspielerinnen. Mit Filmen wie "Rubinrot", "Das Adlon. Eine Familiensaga", oder "Lotta & die frohe Zukunft" könnte es für Josefine Preuß nicht besser laufen. "Urlaub ist vorerst nicht in Sicht", scherzt die Bambi-Gewinnerin, die bis Ende des Jahres für drei verschiedene Filmprojekte vor der Kamera steht.

Auch auf der Leinwand ist sie wieder zu sehen: Ab dem 19. September 2013 läuft ihr 3D-Mystery-Thriller "Lost Place". Das Kinodebüt von Kurzfilmautor Thorsten Klein erzählt von den Gefahren moderner Technik, irdischen Existenzängsten und Grenzerfahrungen. Trotz dieser ernsten Thematik kam der Spaß bei den Dreharbeiten nicht zu kurz. "Die Stimmung war wie bei einer riesengroßen Klassenfahrt", schwärmte Josefine Preuß. Grund genug, um mehr über den Film, die Dreharbeiten und die persönlichen Erfahrungen der Schauspielerin zu erfahren. Mit neuer Kurzhaarfrisur und gewohntem Lächeln traf sich die 27-Jährige mit "Gala.de" zum Interview in einem Hotel in Hamburgs Innenstadt.

Für "Lost Place" standest Du mit Jungschauspielern wie François Göske ("Französisch für Anfänger"), Jytte-Merle Böhrnsen ("Kokowääh 2") und Pit Bukowski ("Großstadtklein") vor der Kamera. Wie war die Stimmung am Set?
Einfach toll. Das ganze Team war ja überdurchschnittlich jung. Wir waren alles Leute, die unglaublich Bock auf den Film hatten und das hat man auch gemerkt. Wir haben neben der Arbeit nicht vergessen, dass man auch Spaß haben kann. Es war einfach eine schöne Zeit und ein tolles Team. Wir stehen bis heute teilweise noch miteinander in Kontakt.

Was hat Dich am Drehbuch von "Lost Place" überzeugt?
Ich habe das Drehbuch bekommen und war hellauf begeistert. Dafür gibt es vor allem drei Gründe: Erstens hatte ich einen Genrefilm zuvor noch nie gemacht, es war somit mal etwas völlig anderes für mich. Zweitens bin ich generell ein Unterstützter von Debütfilmen, denn wie sonst kommen gute Regisseure zustande? Und drittens haben wir in 3D gedreht, das war eine Herausforderung.

Deine Filmfigur ist "Smartphone-süchtig". Ist das Handy auch Dein ständiger Begleiter?
Ja klar, wie bei jedem. Gerade weil Smartphones inzwischen auch mehr sind als nur ein Handy. Man organisiert sein Leben damit. Sie ersetzten den IPod, dienen als Fotoalbum und man nutzt sie als Kalender. Aber ich kann auch sehr gut ohne. Aus meinem Schlafzimmer habe ich zum Beispiel alle technischen Geräte verbannt und es herrscht absolutes Handyverbot. Auch im Urlaub, wenn ich länger mal 'offline' bin, merke ich, dass ich es überhaupt nicht vermisse.

Die Filmcharaktere "Daniel" und "Elli" haben sich in einem Chatroom kennengelernt. Was hältst Du vom "Online Dating"?
Es ist generell eine tolle Möglichkeit. Besonders für Leute, die Schwierigkeiten haben, jemanden auf der Straße spontan anzusprechen. Für die ist das fantastisch. Man darf aber nicht vergessen, dass das Internet sehr anonym ist und man vielleicht nicht jedem Foto Glauben schenken sollte. Das erledigt sich dann zwar spätestens beim ersten Treffen, aber für mich wäre das nichts. Ich möchte meinem Gegenüber direkt beim ersten Gespräch in die Augen gucken.

Im Film begibst Du Dich mit "Geocaching" auf eine moderne Schnitzeljagd. Hattest Du diesen Trend vorher schon mal ausprobiert?
Nie im Leben! Genau das passte auch so gut, denn meine Rolle hatte schließlich von diesem ganzen "Geocaching" auch überhaupt keine Ahnung. Ich habe dann versucht mich ein wenig rein zu lesen und wollte es auch immer mal ausprobieren, aber den Plan habe ich dann ganz schnell verworfen. Ich bin einfach nicht der Wander-Typ.

Obwohl Du während der Dreharbeiten die ganze Zeit in der freien Natur warst.
Oh ja, das war was. Zudem bin ich ein totaler Stadtmensch und von der deutschen Natur nur wenig begeistert. Dazu kommt auch noch, dass ich generell lauffaul bin und selbst in der Großstadt ganz gerne mal Ja zu einer Taxikurzstrecke sage. (Schüttelt lachend den Kopf.)

"Jessi" ist teilweise übervorsichtig. Wie nimmt man es als Tochter eines Polizisten und einer Lehrerin mit Vorschriften?
Als Bullentochter kann ich sagen, wenn auf einem Schild steht, man soll da nicht eintreten, dann sollte man sich auch daran halten. Die Schilder und Vorschriften gibt es schließlich nicht ohne Grund.

Woran arbeitest Du aktuell und was steht in nächster Zeit filmisch an?
Ich bin bis Ende des Jahres nonstop unterwegs. Gerade drehe ich noch an den letzten Szenen des ZDF-Zweiteilers "Die Pilgerin". Direkt im Anschluss starten dann die Dreharbeiten zu der Kino-Komödie "Die Therapie-Crasher". Parallel dazu stehe ich für den historischen Thriller "Die Hebamme" vor der Kamera. Außerdem ist noch die Fortsetzung von "Rubinrot", "Saphirblau", in Planung. Ja und ich denke, dann ist das Jahr endgültig um.

Quelle: Gala

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