Donnerstag, 2. Januar 2014

Da kam schon manchmal Ekel auf (Frankfurter Rundschau)

Interview aus der Frankfurter Rundschau

ZDF startet mit Josefine Preuß als „Die Pilgerin“ ins neue Fernseh-Jahr. Für den „Tatort“ aus Leipzig, am Neujahrsabend im ARD-Programm, stand sie schon als Halbschwester der TV-Hauptkommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) vor der Kamera.
Für Schauspielerin Josefine Preuß beginnt das Jahr 2014 mit gleich zwei TV-Events: Für den „Tatort“ aus Leipzig, am Neujahrsabend im ARD-Programm, stand sie als Halbschwester der TV-Hauptkommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) vor der Kamera – am 5. und 6. Januar ist sie die Heldin des traditionellen ZDF-Mehrteilers zum Jahresauftakt: „Die Pilgerin“. Die 27-Jährige, die durch „Türkisch für Anfänger“ bekannt wurde und auch im „Adlon“-Dreiteiler zum vorigen ZDF-Jahresbeginn Hauptdarstellerin war, wünscht sich derweil für 2014 „ein noch besseres 2013“.

Frau Preuß, „Die Pilgerin“ zeigt das Mittelalter ziemlich düster und dreckig – wie waren die Dreharbeiten?
Da kam schon manchmal Ekel auf. Ich bin froh, dass ich keinen Herpes bekommen habe! Wenn zum Beispiel Fleisch extra drei Tage in der prallen Sonne hing, war das schon nicht so lecker anzuschauen und zu riechen. Aber diese Zeit war halt dreckig, unhygienisch und brutal, und wir wollten nichts verschönern. Dafür war es großartig, so körperlich agieren zu dürfen. Ich musste zum Beispiel Bogenschießen lernen und war davon so begeistert, dass ich mir vorgenommen habe, es auch privat weiter zu machen. Das ist ein so toller und dazu noch eleganter Konzentrationssport, der etwas sehr Kraftvolles hat.

Für die Rolle der Tilla haben Sie sich Ihre langen Haare kurz schneiden lassen. Wie schwer fiel Ihnen das?
Sehr schwer! Ich habe wirklich geweint. Die kurzen Haare waren die erste und größte Herausforderung bei diesem Projekt. Ich hatte ja sehr lange Haare, nur als Kind mal kurze. Das war in der Tat ein einschneidendes Erlebnis. Es war kein Muss für den Film, man hätte das auch alles mit einer Kurzhaarperücke machen können. Aber Tilla muss durchs Wasser fliehen, rennen, springen, kämpfen – ich glaube, das hätte die beste Kurzhaarperücke der Welt nicht mitgemacht. Außerdem bin ich Darstellerin: Ich will mich einer Rolle nicht nur innerlich nähern, sondern auch äußerlich. Jetzt sollen die Haare aber definitiv wieder wachsen und lang werden.

Wie fällt ihr persönlicher Jahresrückblick 2013 aus und worauf freuen Sie sich 2014?
Es war ein schönes und sehr ereignisreiches Jahr. Viele tolle Begegnungen mit Menschen, tolle Rollen – ich durfte mich echt austoben. Man braucht aber auch ein Talent zum Absagen. Ich lese ein Buch zum ersten Mal nicht auf die Rolle hin. Das ist immer ein Bauchgefühl – der Stoff muss mich packen. Vor allem ist es für mich immer zuerst eine Frage der Geschichte, dann der Rolle und dann der Macher. Ich habe auch schon etwas abgesagt, wo ich mich im Nachhinein über meine Entscheidung geärgert habe. Was das war, verrate ich natürlich nicht. Und für 2014 wünsche ich mir ein noch besseres 2013 – was schwer wird, aber man weiß ja nie. (dpa)

Quelle: Frankfurter Rundschau

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