Sonntag, 5. Januar 2014

Eine Atheistin spielt die gläubige Pilgerin (BZ)

B.Z.-Besuch am Set von "Die Pilgerin“ in Prag:
Reporter Tobias Render mit Josefine Preuß
Josefine Preuß ist der Star im ZDF-Zweiteiler. In der B.Z. spricht sie über Religion, Sünde und Lügen.
Tobias Bender

Bisher geht es für sie sie beruflich nur bergauf: Sie wurde berühmt mit „Türkisch für Anfänger“ und verdrehte uns in „Das Adlon“ erneut den Kopf. Jetzt ist Josefine Preuß (27) am bisherigen Höhepunkt ihres Erfolgsweges angekommen! Am Sonntag spielte der TV-Star die Hauptrolle in „Die Pilgerin“. Die Fortsetzung läuft Montag, 20.15 Uhr, im ZDF. Im B.Z.-Interview spricht sie über Religion, Sünde und Lüge:

Wie wird man als Atheistin eine gläubige Pilgerin? Anders als im Film ist Preuß im wahren Leben ganz und gar nicht religiös: „Meine Familie und ich sind die totalen Atheisten. Wir glauben nur an das, was wir sehen.“

Religionsunterricht hatte sie in der Schule zwar und mag es auch in anderen Städten, sich alte Kirchen anzuschauen: „Weil die einfach schön sind“, findet sie. Aber Pilgern? Nichts für sie: „Sie meinen den Trendsport, der seit Hape Kerkelings Buch so im Trend liegt“, fragt sie. „Ich muss nicht Buße tun. Ich habe in meinem Leben nichts Schlimmes gemacht.“

Für die Dreharbeiten des Zweiteilers von Erfolgs-Produzent Nico Hofmann (54) reiste sie bis nach Tschechien. Die Story: Tilla will dem toten Vater den letzten Wunsch erfüllen und sein Herz in der heiligen Erde von Santiago de Compostela vergraben. Weil ihr auf dem Weg dahin die Männer an die Wäsche wollen, schneidet sie sich die langen Haare raspelkurz und geht seitdem als Junge durch.

Sie selbst hätte einen Ablassbrief höchstens für ihren Beruf gebraucht, glaubt sie: „Schließlich bin ich professionelle Lügnerin. Jeder Schauspieler ist das.“ Enthaltsamkeit? Fehlanzeige! „Ich rauche. Ich trinke abends mal ein Glas Wein. Warum soll ich auf Genussmittel verzichten“, fragt sie. Auch beim Dreh in den historischen Barrandov-Studios in Prag zieht sie in Raucherpausen genüsslich an einer Zigarette.

„Ich bereue gar nichts“, sagt sie. „Ich würde alles noch einmal genau so machen.“ Einziges Manko für sie als Atheistin: „Dass ich nicht kirchlich heiraten kann. Aber wer weiß, ob ich überhaupt heirate. Vielleicht mache ich dann eine Unterwasserhochzeit oder so.“

Quelle: BZ

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Josefine,
eine exzellente schauspielerische Leistung als "Pilgerin".
Hollywood ruft.

Viele Grüße
Alfons W.