Samstag, 4. Januar 2014

Ich bin nicht zum Pilgern geboren (WZ)

In der Westdeutschen Zeitung befindet sich in der heutigen Ausgabe ein Interview mit Josefine Preuß.

Ich bin nicht zum Pilgern geboren
Josefine Preuß über das Historienepos, ihre kurzen Haare und Mittelalter-Bedingungen dank Gammelfleisch

Berlin. Das ZDF dreht an der Zeitmaschine. Das zweiteilige Mittelalterepos „Die Pilgerin“ erzählt die Geschichte der tapferen Tilla (Josefine Preuß), die im 14. Jahrhundert gegen ihren fiesen Bruder aufbegehrt und als Mann verkleidet auf die gefährliche Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela geht. Das Historienepos basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Iny Lorentz (hinter dem Pseudonym verbirgt sich ein schreibendes Ehepaar) und läuft am morgigen Sonntag und Montag jeweils um 20:15 Uhr. Regisseur des aufwendigen Kostümfilms ist Philipp Kadelbach, von dem auch der preisgekrönte Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ stammt.

Frau Preuß, in der Verfilmung des Bestsellers „Die Pilgerin“ spielen Sie eine junge Frau im Mittelalter. Was können Sie jetzt, was Sie vor den Dreharbeiten nicht konnten?
Bogenschießen kann ich jetzt richtig gut, meine Trainerin hält mich für ein Naturtalent.

Das Mittelalter war kalt,  nass, schmutzig und dunkel. Wie viel davon haben Sie bei den Dreharbeiten gespürt?
Alles. Es war dreckig, es war brutal, es war unhygienisch (lacht). Wir wollten alles so realistisch wie möglich machen, für die Marktszenen hat man sogar Fleisch extra ein paar Tage im Freien hängen lassen, da roch es dann auch nach Mittelalter. Wir haben auch wenig mit elektrischem Licht gedreht, viel mit Kerzen und Tageslicht gearbeitet. Es war alles sehr ehrlich, sehr pur.

Damit alles so echt wie möglich wirkt, wurde außerdem an sehr abgelegenen Schauplätzen gedreht…
Ich wundere mich bis heute, wie wir da mit Mensch und Technik hingekommen sind. Viele Drehorte lagen in Naturschutzgebieten oder hoch auf einem Berg, da konnten keine Fahrzeuge hin. Deshalb begann jeder Tag mit einer Wanderung vom Parkplatz zum Drehort, es war für mich definitiv der körperlich anstrengendste Dreh bislang. Wenigstens musste ich das Holzkreuz dabei nicht selber tragen, das wir als Pilger im Film schleppen.

Wie viel wog das denn?
14 Kilo.

Können Sie sich vorstellen, in Ihrem Leben mal wirklich zu pilgern?
Auf gar keinen Fall! Ich bin eigentlich der lauffaulste Mensch der Welt, zum Pilgern bin ich nicht geboren (lacht).

Und wieso haben Sie sich Ihre langen Haare abschneiden lassen wie Ihre Filmfigur, die als Mann verkleidet auf Pilgertour geht? Hätte es denn nicht auch eine Perücke getan?
Das, was ich alle machen musste – reiten, springen, hinfallen, waten -, das hätte die beste Perücke nicht mitgemacht.

Der Film basiert auf einem Buch. Kannten Sie das vorher?
Nein. Historische Dramen, Mittealter, das ist ganz weit weg von mir, das ist nichts, woran ich privat Interesse habe.

Sie haben gesagt, dass Sie als „Türkisch für Anfänger“-Star nicht länger als die kleine Süße wahrgenommen werden wollen. Haben Sie sich inzwischen freigeschwommen?
Ja, zum Glück. Die nächste Generation talentierter Jungschauspieler ist inzwischen da, jetzt können andere die Berufsjugendliche sein. Ich will es nicht mehr machen.

von Cornelia Wystrichowski

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