Sonntag, 5. Januar 2014

Pilgern? Ich bin der faulste Mensch überhaupt! (Berliner Kurier)

Interview aus dem Berliner Kurier
Von Anne-Kattrin Palmer

Kurze Haare, keckes Lächeln – einfach nur natürlich süß. Josefine Preuß (27) ist Deutschlands erfolgreicher TV-Schnuckel. Zuletzt glänzte der Star aus „Türkisch für Anfänger“ im Familien-Epos „Adlon“, bald sehen wir sie als „Hebamme“ oder immer mal wieder im „Tatort“. Und am 5. und 6. Januar ist die Schauspielerin im ZDF-Zweiteiler „Die Pilgerin“ (jeweils ab 20.15 Uhr) zu sehen. In dem Film spielt die freche Berlinerin eine eigenwillige junge Frau, die im 14. Jahrhundert als Mann verkleidet eine gefährliche Pilgerreise antritt, um den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen – sein Herz nach Santiago de Compostela zu bringen. Für das Mittelalter-Epos musste sie sich von ihrer langen Haarmähne trennen und durfte sich während der Dreharbeiten nicht die Fingernägel schneiden. Doch man müsse auch mal Mut zur Hässlichkeit beweisen, sagt sie im KURIER-Interview. Außerdem spricht sie über Religion, zieht über die Politik her und verrät, wie sie diesmal ins neue Jahr gefeiert hat. 

KURIER: Für die Rolle der Pilgerin mussten Sie sich von den langen Haaren trennen – fiel es schwer?
Josefine Preuß: Natürlich, ich habe geheult! Doch für mich war auch klar, dass ich für diese Rolle meine persönliche Eitelkeit hintenanstelle. Ich finde es gut, in jedem Film anders auszusehen – und auch mal Mut zur Hässlichkeit zu zeigen.

Sie spielen „Tilla“, eine junge Frau im Mittelalter, die sich als Mann verkleidet und auf eine lange Pilgerreise begibt. Gibt es Parallelen?
(Lacht.) Also, Pilgern ist nicht meins. Nach 300 Metern würde ich mich in ein Taxi setzen. In diesem Punkt bin der faulste Mensch überhaupt. Aber Tilla, die Rolle, hat mich fasziniert. Sie ist eine starke, mutige und freiheitsliebende Frau. Sie setzt sich durch. Darin sehe ich ihr ziemlich ähnlich.

Und wären Sie jetzt nach dieser Erfahrung gerne mal ein Mann?
Nein. Und ich habe ja auch keinen Mann gespielt, sondern war nur als einer verkleidet.

Der Stoff spielt im späten Mittelalter...
Ja, eine uns eigentlich unbekannte, ferne Welt. Ich habe viele Bücher gelesen und Filme wie „Der Name der Rose“ angesehen. Oder die Serie „Game of Thrones“, die mich regelrecht gefesselt hat. Trotzdem kann uns keiner 100-prozentig sagen, wie es wirklich war. Gut, im Mittelalter war es dreckig, brutal, jeder war sich selbst der Nächste, und die Kirche hatte einen immensen Einfluss. Uns war klar: Wir wollen es nicht verschönern. Wir haben wenig mit Kunstlicht gearbeitet, mehr mit Kerzen. Ich durfte mir nicht die Fingernägel schneiden, nichts Buntes tragen, dafür sehr schwere Stoffe. Ich hoffe, wir haben es gut umgesetzt.

Apropos Kirche. Sind Sie gläubig?
Nein, ich bin kein Freund, aber auch kein Feind. Religion braucht für mich kein Gebäude. Ich bin nicht so spirituell veranlagt. Ich glaube an das, was man sehen und anfassen kann. Und wenn wir weg sind, sind wir weg.

Sie sind erst 27. Denken Sie jetzt schon über Endlichkeit nach?
Nein, das nicht, aber ich bin total pragmatisch. Außerdem bin ich ein totaler Sicherheitsmensch und sehe zu, mein Leben selbst zu finanzieren. Wir werden spätestens in zehn bis zwanzig Jahren eine ganz schlimme Altersarmut in unserem Land haben.

Ganz schön früh, daran denken Sie jetzt wirklich schon?
Ja, und das ist ganz schön traurig. Ich habe schon mit 14 eine private Rentenversicherung abgeschlossen – und wirklich in der Gewissheit, dass auf uns harte Zeiten zukommen. Jetzt kann ich noch sehr gut verdienen. Doch was ist mit 30? Vielleicht werde ich, wenn ich älter bin, ja die zweite deutsche Verteidigungsministerin.

Ein Job als Bundesministerin – das würde Sie reizen?
(Lacht.) Nein, aber mal im Ernst, ich hadere ja oft mit unserer Politik in Deutschland, aber das setzt nun wirklich die Krone auf.

Was haben Sie gegen die Ursula von der Leyen?
Verteidigung ist ein sehr wichtiges Ressort. Und dann sollte man es doch es mit jemanden besetzen, der sich auskennt, und nicht mit Ursula von der Leyen. Auf diesen Posten gehört jemand, der beispielsweise Militärwissenschaften studiert hat und sich auskennt. Aber darum ist es wohl bei dieser Postenvergabe nicht gegangen.

Wie sind Sie ins neue Jahr gekommen?
Zu Silvester habe ich mich überreden lassen, zum Snowboarden mitzufahren.

Quelle: Berliner Kurier

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Na das Taxi fahren hat ja scheinbar ausgedient.
Herzlichen Glückwunsch (nachträglich)zur bestandenen Fahrprüfung Fräulein Preuß!
(Wurde ja auch mal Zeit;)^^)

Tinkerbeline hat gesagt…

Echt? Dann Glückwunsch an Josi! Du scheinst ja nahe Quellen zu haben... :-)

Anonym hat gesagt…

Die Quelle ist das Internet;)
Genauer gesagt: ihre Agenturseite.
Sie ist dort seit einigen Tagen gelistet mit Klasse B.

Tinkerbeline hat gesagt…

Bei DAS! hat sie letzte Woche gesagt, dass sie keinen Führerschein hat: https://www.youtube.com/watch?v=aYlabuJC4jI