Samstag, 22. März 2014

Ich habe beim ersten Antrag meines Lebens gerne 'Ja' gesagt (SpotOn)

Josefine Preuß im Interview
Armin Lissfeld/SpotOn

Mit der Erfolgsserie „Türkisch für Anfänger“ spielte sich Josefine Preuß in die deutsche Schauspiel-Elite. Inzwischen hat die zierliche Person aber bewiesen, dass sie nicht nur Komödie kann, sondern auch ernsthafte Rollen vollkommen ausfüllt. Im Interview verrät sie, wie es ist, mit 28 eine 19-Jährige zu spielen und wo sie ihre Kleidung in Kindergrößen shoppt.
Sie ist 28, sieht aus wie 19 und hat die Kleidergröße einer 12-Jährigen. Trotzdem sollte man Schauspielerin Josefine Preuß auf keinen Fall unterschätzen. Zwei deutsche Fernsehpreise, ein Bambi und ein Grimme-Preis attestieren der jungen Dame allergrößtes Schauspieltalent. Einmal mehr zu bewundern im Sat.1-Film „Die Hebamme“ (25. März um 20.15 Uhr), der im letzten Jahr in Prag gedreht wurde. Spot on news begleitete den zierlichen Superstar in die Goldene Stadt:

Wie sieht Ihre Rolle aus?
Josefine Preuß: Ich spiele die 19-jährige Hebammen-Schülerin Gesa, die im 18. Jahrhundert vom Land in die große Stadt kommt, um das Handwerk ihrer verstorbenen Mutter zu erlernen. Sie rebelliert gegen die unmenschlichen Methoden in einem Gebärhaus, verliebt sich in einen Arzt und jagt einen Serienmörder. Sehr turbulent! Und das ganze in historischen Kostümen, was mir sehr liegt.

Wie fühlt sich das an, wenn man mit 28 als 19-Jährige besetzt wird?
Preuß: Mir ist das Rollenalter egal. Ich sehe halt immer noch jünger aus und habe kein Problem mit dem Etikett der Berufsjugendlichen. Der Punkt, an dem das nicht mehr geht, wird früh genug kommen und dann kann ich auf eine schöne Reihe von Filmen zurück blicken.

Wie alt fühlen Sie sich denn?
Preuß: Ich denke, ich bin eine typische 28-Jährige auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Ich habe sehr viel Energie und kann auch sehr albern sein, aber deswegen bin ich keine unreife Göre. Man darf sich von meiner zierlichen Verpackung nicht täuschen lassen.

Mal mit essen probiert?
Preuß: Ich kann essen, was ich will und wann ich will, da passiert nichts. Egal, ob Sahnetorte zum Frühstück oder Pizza um Mitternacht, bei mir setzt nichts an. Und das, obwohl ich nicht mal Sport mache, ich verbrenne alles beim Drehen.

Sie sollen Ihre Klamotten in der Kinderabteilung kaufen.
Preuß: Das stimmt. Seit meinem 14. Lebensjahr kaufe ich meine Hosen bei Hasi & Mausi. Kinderjeans in Größe 152, die brauche ich gar nicht anprobieren, die passen immer. Ich muss immer wieder schmunzeln wenn ich an der Kasse stehe und das Schild am Bund lese: 11-12 Jahre!

Was waren Sie denn für ein Kind?
Preuß: Ich wollte Clown werden und Menschen zum Lachen bringen. Ansonsten war ich ein ganz normales Mädel, das seinen Eltern keinen Grund zur Sorge bereitet hat. Dadurch dass ich mich mit vierzehn schon vor der Kamera austoben durfte, musste ich Zuhause nicht rebellieren.

Papa Polizist, Mama Lehrerin - inwiefern prägt das?
Preuß: Lehrerkind, das ist immer prägend. Als Jugendlicher nervt das zwar, aber rückblickend ist es das Tollste, was mir passieren konnte. Weil meine Mutter einfach eine sehr gebildete und belesene Frau ist, von der ich hoffentlich viel gelernt habe. Und von meinem Vater habe ich die Loyalität, die Ehrlichkeit und den Gerechtigkeitssinn mit auf den Weg bekommen. Das ist eine gute Mischung und ich versuche das weiterzuführen.

Was können Sie nicht?
Preuß: Geduldig sein. Im Beruf muss ich das zwar oft, aber im Privaten bin ich der ungeduldigste Mensch. Da ich stets sehr pünktlich bin, erwarte ich das auch von anderen. Wenn dem nicht so ist, werde ich fuchsteufelswild, weil Pünktlichkeit für mich die größte Form des Respekts ist.

Ein Mann, der Sie versetzt, hat keine Chance mehr?
Preuß: Mich versetzt kein Mann.

Was für Männer mögen Sie denn?
Preuß: Ich habe keinen Typus Mann. Es muss einfach zoom machen, dann finde ich alles an einem Mann gut.

Familienwunsch?
Preuß: Ich bin 28 Jahre alt und habe überhaupt kein Verlangen danach, eine Familie zu gründen und Kinder kriegen. Da habe ich noch ganz lange Zeit, das Thema ist weit weg. Und falls wirklich mal jemand um meine Hand anhalten sollte, dann muss er sich dabei mindestens so viel Mühe geben wie mein Kollege Andreas Pietschmann. Der hat mir nämlich bei den Hebamme-Dreharbeiten den ersten Antrag meines Lebens gemacht. Da habe ich gerne „Ja“ gesagt.

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