Sonntag, 23. März 2014

Mit meinem Körper bin ich im Reinen (BZ)

Josefine Preuß im Interview mit der BZ

22. März 2014, Esther Hofmann

Die Schauspielerin Josefine Preuß über die 20er in Berlin, Sex-Szenen und ihre Brüste in Nackt-Datenbanken.
Starke Frauen stehen der Zarten gut. Nach den Historien-Filmen „Adlon“ und „Die Pilgerin“ spielt Josefine Preuß (28) jetzt in der Romanverfilmung „Die Hebamme“ (25. März, 20.15 Uhr, Sat.1) die Hauptrolle: Gesa Langwasser, engagierte Geburtshelferin im Marburg des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

Im Film ist ja der Tod allgegenwärtig. Ein Thema, mit dem Sie sich auseinandersetzen?
Ich glaube, Angst vor dem Tod haben wir doch alle. In unserer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis gehört er ab einem gewissen Alter dazu. Ich denke da aber sehr pragmatisch, der Tod gehört zum Leben dazu. Wichtig ist immer, dass, wenn es zu Ende geht, es ein gutes Ende ist. Für mich ist wichtig, egal wann und wo: ruhig, einfach einschlafen.

Liegt Ihnen die Zeit dieses Films, in welche Epoche würden Sie gerne mal zurück?
Ich bin so froh, im 21. Jahrhundert zu leben und nicht mehr im Fluss Wäsche waschen zu müssen. Ich bin total glücklich im Hier und Jetzt. Wenn überhaupt, dann würde ich für einen Abend ins Berlin der Zwanzigerjahre. Da ging es doch in erster Linie um Leben und Lieben. Die Stimmung war so, wie wir es heute in Berlin alle gerne haben würden – nur etwas derber.

„Die Hebamme“ spielt in einer Zeit, in der es kaum Verhütungsmöglichkeiten gab. Unsere Jugend hat es da heute doch wesentlich besser, oder?
Na ja, es sollte nicht jeder mit jedem. Ich finde, es ist ein falsches Signal, dass man mit 18 Jahren schon so und so viele Sexualpartner hatte. Generell gilt, genauso wie damals, man soll sich entdecken und in Ruhe entdecken und gucken, worauf man Lust hat. Aber ich finde es schlimm, wie schnell Jugendliche heute an pornografisches Material im Netz kommen können. Die haben doch ein ganz falsches Bild von Erotik und von Sex.

Sie sagten, Sie seien von den Dreharbeiten so traumatisiert, dass Sie zunächst keine Kinder wollen.
Wir hatten tolle Special-Effect-Maskenbildner, die die Babys gemacht haben. Ganz echt, mit Nägeln, mit Wimpern, unglaublich. Wenn dann die Szenen kamen, in denen die Schwangeren hechelten und es nicht immer gut ausging, dachte man schon: Oh je.

Haben Sie denn, mit 28, schon eine persönliche Deadline für Familienplanung?
Nein, es gibt keinen Plan und auch keine Deadline. Momentan ist das überhaupt kein Thema für mich.

Sie haben im Film eine Sex-Szene mit Kollege Andreas Pietschmann. Die war ja endlos. Für Sie auch?
Das war gar nichts! Sex-Szenen sind ja viel mehr Arbeit, als viele wohl glauben. Es geht dabei eher um Positionen, die man genau treffen muss. Da kommt so gar keine Erotik auf.

Mit Fotos Ihrer Nacktszenen sind Sie sogar in sogenannten „Nude“-Datenbanken registriert – kategorisiert nach „Brüste“ und „Po“.
Das sind kleine Idioten, die ein Picture aus dem Film nehmen und ins Netz stellen. Aber dazu gehört ja eigentlich ein Film, eine Geschichte. Ich habe kein Problem mit meinem Körper, ich bin mit mir im Reinen.

Keine Kommentare: