Donnerstag, 24. April 2014

Für jeden gibt’s das perfekte Gegenstück (Bunte)

„Dann stehe ich auf und gehe“ – im exklusiven Interview mit Bunte.de verrät Josefine Preuß, wann sie bei einem Date die Flucht ergreifen würde. Ab heute ist sie mit der Romantikkomödie „Irre sind männlich“ im Kino zu sehen.

Sie ist erst 28, extrem zierlich und mit ihren 1,55 Metern auch ziemlich klein: Trotzdem gehört Josefine Preuß zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen und mimt gerne die Rolle der starken Frau. In ihrem neuen Film „Irre sind männlich“ spielt sie an der Seite von Fahri Yardim (36) die freiheitsliebende Mia, die ihren Freund Daniel wegen seiner krankhaften Eifersucht sitzenlässt. Wir haben im Interview mit der schlagfertigen Ulknudel über ihren kometenhaften Aufstieg, erste Dates und die große Liebe geplaudert.

BUNTE.de: Wie läuft’s, seit du mit „Türkisch für Anfänger“ zum Supergirl mutiert bist?
Josefine Preuß: Scheiße lief‘s. Keine Rollen, keine Angebote. Das hier ist mein großes Comeback (lacht). Scherz. Natürlich geht es mir super. TfA war ein Step, ein noch größerer war „Das Adlon“. Ich wollte ja auch immer noch was anderes machen außer Teenie-Komödien. Es war so schön, dass das Angebot für „Irre sind männlich“ kam. Das fiel direkt zwischen „Die Pilgerin“ und „Die Hebamme“, wo man in der Rolle kein elektrisches Licht und kein Handy hat, wo man echt im Mittelalter spielt. Und dann kommt man wieder in die Neuzeit. Klar, Mia ist nervig und furchtbar, aber geil zu spielen.

Die beiden TV-Produktionen „Die Pilgerin“ und „Die Hebamme“ waren ziemlich dicke Dinger. Woher deine Vorliebe für historische Stoffe?
Das ist keine Vorliebe. Ich rufe ja nicht bei den Besetzern, Produzenten und Regisseuren an und sage: „Leute, jetzt nur noch historisch!“ Das war totaler Zufall. Mich packen einfach die Geschichten und die starken Frauenfiguren – und dann ist mir egal, in welcher Zeit das spielt.

Die „starke Frau“ zieht sich bei dir durch, oder?
Es ist immer schön, jemanden zu spielen, der eine starke Stimme hat.

Du sagtest selbst schon, dass dein Filmcharakter Mia nervt. Im Film klammert zuerst ihr Freund so lange, bis sie Schluss macht, als er es dann verstanden hat, klammert sie. Ist diese Folge auf die Realität übertragbar?  
Ja, das ist das ganz natürliche psychologische Verhalten: Distanz schafft Nähe. Wir Frauen wollen immer das, was wir nicht haben können.

Ist das bei Josefine auch so?
Nee, das ist bei mir nicht so. Ich schaffe ungern Distanz. Und in meinem Privatleben hat sich mir noch diese Frage gestellt.

Wie gehst du an die Sache ran?
Ganz normal. Wichtig ist, beim ersten Kennenlernen keine Scheiße zu erzählen. Man sollte nicht großkotzig sein und sollte sich nicht wichtig nehmen und alles auszuschmücken. Gerade wenn es zu weiteren Treffen kommt, kriegt man ja mit, was stimmt und was nicht. Man sollte einfach nur natürlich sein. Das perfekte Kennenlernen bedarf auch nicht vieler Worte.

Die Kerle im Film machen also alles falsch, weil sie sich komplett verstellen, sogar andere Identitäten annehmen. Was würdest du in so einem Fall tun?
Dann stehe ich auf, nehme meine Sachen und gehe.

Keine zweite Chance?
Nee, dazu bin ich zu sehr Steinbock. Alles, was auf einer Lüge aufbaut, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Auch wenn jemand aus purer Unsicherheit ein paar kleine Lügen auftischt?
Nein. Ich möchte das kennenlernen. Der muss mir von sich aus nichts erzählen, ich will das erleben.

Du wirkst sehr selbstsicher und routiniert. 
Routiniert? Ja klar, ich lerne jeden Tag meinen Traummann kennen (lacht). Ich bin 28 und mir kann man keine Ammenmärchen mehr erzählen. Ich habe schon Beziehungen hinter mir und ich habe auch definitiv noch Beziehungen vor mir. Wir haben alle eine Vergangenheit und unser Päckchen zu tragen. Das ist auch gut so, weil wir aus alten Geschichten lernen und es beim nächsten Mal besser machen können. Wichtig ist nur, dass man das checkt und dann auch wirklich besser macht.

Was hast du gelernt und machst du es jetzt besser?
Ich bin nicht mehr zu fordernd. Früher wollte ich immer alles sofort. Wenn verliebt, dann sofort und 24 Stunden. Bis ich dann nach ein paar Monaten gemerkt habe, dass ich meine Ruhe brauche. Das verstehen die Männer nicht. Dieses warm und kalt und anziehend und wegstoßend – das mache ich jetzt definitiv besser. Man muss sich auch vermissen können, das ist gut.

Hast du einen Universal-Beziehungstipp?
Ich find’s immer ganz toll, wenn man nicht zwischen Partner und Freund differenziert. Ein Partner kann auch der beste Freund sein, dann ist es perfekt. Und man muss miteinander schweigen. Ich meine nicht, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Sondern solche Momente der Stille, in denen man einfach zusammen schweigen kann.

Welcher der beiden Kerle im Film wäre dir lieber – der Unbedarfte oder der Draufgänger?
Wichtig ist bei einem Mann: Er ist erst dann stark, wenn er schwach ist. Er rede nicht davon, dass er heulen muss, wenn er „Pretty Woman“ sieht. Ich rede von menschlich sein. Ecken, Kanten, Fehler, Leichen im Keller haben – wie jeder. Dann ist ein Mann für mich stark, toll und liebenswert.

Bist du auch so?
Natürlich. Ey, wenn ich meine Tage habe, heule ich bei einer „Merci“-Werbung.

Fahri Yardim hat mir im Interview erzählt, dass er der Meinung ist, dass es für verschiedene Lebensphasen den passenden Partner gibt. Wie denkst du darüber?
Ich glaube man findet den einen und dann für immer. Ich bin der Meinung, dass es für jeden Menschen auf dieser Welt das perfekte Gegenstück gibt. Aber diese Welt ist zu groß. Wir haben durchschnittlich nur 80 Jahre, und man findet den nicht immer. Aber den gibt’s.

Wie oft?
Ich hoffe, nur einen.

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