Montag, 21. April 2014

Josi über "Irre Sind männlich", Eifersucht und Lachanfälle

Interview aus The Huffington Post von

Ob als freche, pubertierende Lena in "Türkisch für Anfänger", als Sonja Schadt im "Adlon" oder auch als Hebamme in einem Fernsehdrama: Josefine Preuß beweist immer Mut zur Wandlung. Von lustig bis dramatisch ist alles dabei. So kann man sie ab dem 24. April 2014 in der Kino-Komödie "Irre sind männlich" an der Seite von Fahri Yardim und Milan Peschel auf der Leinwand bewundern.
In der Rolle der Mia spielt sie eine junge Frau, deren Beziehung aufgrund von Eifersüchteleien und Kontrollzwang die besten Tage hinter sich hat. Ihr Freund Daniel (Fahri Yardim) hat schnell ein Mittel gefunden, um dem Liebeskummer zu entfliehen: Gemeinsam mit seinem Freund Thomas (Milan Peschel) reißt er mit einer ausgetüfftelten Masche Frauen während Therapiesitzungen auf. Blöd nur, dass die Damen ihnen bald auf die Schliche kommen. "Irre sind männlich" ist ein Film, bei dem man für eineinhalb Stunden laut lachen und oft schmunzeln kann, was nicht zuletzt der Situationskomik mit schlagfertigen Dialogen und der Darstellungskraft Milan Peschels und Fahri Yardims zu verdanken ist. Und bei all den lustigen Szenen steckt auch viel Wahres und Echtes in dieser Komödie. Nämlich, dass man sich in einer guten Beziehung nicht verstellen muss.
Was Josefine Preuß privat von Eifersucht, lustigen Rollen und Lachanfällen am Set hält, hat sie mir im Interview verraten.

Welche Rollen spielst du lieber - eine Rolle wie die der Mia in "Irre sind männlich" oder zum Beispiel deine Rolle als Hebamme in "Die Hebamme"?
Ich bin Darstellerin, deshalb geht es mir nicht um schönere oder leichtere Rollen. Das ist mein Job. Keine Rolle soll der anderen ähneln. Ich möchte alles machen und im besten Fall auch immer abwechselnd.

Was ist schwerer zu spielen? Komödie oder Drama?
Die Königsklasse ist die Komödie. Meiner Meinung nach ist es schwieriger Menschen zum Lachen zu bringen als zum Weinen. Menschen zum wahrhaftigen Lachen zu bewegen, ist eine hohe Kunst.

War "Türkisch für Anfänger" dann ein guter Übungsweg für dich?
Ja, absolut, die Serie war die beste Übung. Dort kam ich zum ersten Mal mit Comedy in Berührung.

Können deine Fans auf einen Teil 2 des Kinofilms "Türkisch für Anfänger" hoffen?
Nein, es wird keinen zweiten Teil geben.

Wie schaffst du es bei lustigen Szenen ernst zu bleiben und nicht ständig loszulachen?
Lustig wird es erst, wenn man es als Schauspieler ernst spielt und auch ernst nimmt. Darin besteht die Komödie. Erst dann ist es für den Zuschauer witzig. Wir sind alle Profis, können unseren Text und wissen, was passiert. Man probt, man dreht. Klar bekommt man mal einen Lachanfall, aber das ist ja das Schöne an einer Komödie, weil man dann schon weiß, wie es später wirkt. Trotzdem kommt es selten zu Aussetzern.

Dein Patentrezept für solche Aussetzer?
Ich brauche keines. In dem Moment bin ich die Rolle und dann denke ich das, was vorgeschrieben ist, also was die Rolle denkt. Da haben private Gedanken und Außeneinflüsse nichts zu suchen.

In "Irre sind männlich" verkörperst du als Mia eher einen lockeren Beziehungstyp. Bist du privat eifersüchtig?
Nein. Eifersucht ist eine Todsünde! Ich kann mit Eifersucht, die mir entgegengebracht wird, nicht umgehen und ich bin selbst auch kein eifersüchtiger Mensch. Entweder du vertraust und du bist dir sicher, dass derjenige der Richtige für dich ist und du für ihn, oder die Beziehung ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Eifersucht kompensiert nämlich immer die eigenen Ängste. Für mich besteht eine perfekte Beziehung ohne Eifersucht - und zwar komplett.

Findest du es okay, sich beim ersten Kennenlernen zu verstellen und ein bisschen zu schwindeln?
Nein. Man sollte nichts falsches erzählen und sich nicht verstellen. Gerade wenn es dann zu öfteren Treffen kommt, kriegt man ja ganz schnell mit, was von Anfang an gelogen war. Für mich bedarf das perfekte Kennenlernen nicht vieler Worte. Er muss nicht seinen Charakter beschreiben, den will ich schließlich kennenlernen!

Kannst du dein Filmleben gut von deinem Privatleben trennen?
Ja. Ich nehme meine Rolle nie mit nach Hause. Dazu bin ich zu professionell und ich sehe es auch als meinen Job, das zu trennen. Meine Familie ist auch sehr bodenständig und daheim bin ich ganz einfach Josefine.

Fällt es dir leicht, dich für einen Film optisch zu verändern?
Oh ja, mir macht das total Spaß! Abgesehen davon, dass ich mich für einen Film oft verändern muss, mag ich es auch wirklich gerne und bin da immer gleich dabei und mache auch selbst Vorschläge.

Gibt es ein bestimmtes Ritual, das dich von Film zu Film begleitet?
Ich nehme immer ein besonderes Requisit mit. Bei "Irre sind männlich" war das zum Beispiel die Lederjacke der Mia. Beim Film "Die Hebamme" durfte ich den Verlobungsring mitnehmen - immerhin war das dort mein erster Film-Antrag. Das Schwert des Rigoberts war mein Andenken vom Film "Die Pilgerin".

Was macht dir mehr Spaß: Kinofilme zu drehen oder Fernsehfilme?
Mir macht sowohl das eine als auch das andere großen Spaß. Mit Fernsehen erreicht man mehr Menschen, aber natürlich ist es der Traum jedes Schauspielers auch auf der großen Kinoleinwand vertreten zu sein. Ich habe das Glück, beides machen zu dürfen.

Keine Kommentare: