Samstag, 5. Juli 2014

Ich bin langweilig und faul

Interview von M-Lifestyle mit Josefine Preuß


Die gefragte Schauspielerin („Das Adlon. Eine Familiensaga“, „Die Hebamme", Foto) mag's heftig-deftig. Mit Kraftausdrücken schmeißt sie beim Interview mit Aleksandra Majzlic nur so um sich: Sie will mal in einer Nebenrolle „auf die Kacke“ hauen und mag Kollegen der Kategorie „coole Sau“. Und sie schildert ihre Lust, einem Theaterregisseur den „Kopf abzuhacken“. Aber die Berlinerin schlägt auch sanfte Töne an, wenn sie beispielsweise von ihrem jüngsten Verehrer schwärmt.

ML: Planen Sie eigentlich Ihre berufliche Laufbahn?
Josefine Preuss: Mich zieht's nicht nach Hollywood, mich zieht's nicht nach Bollywood, solange ich hier so schöne Projekt habe, ist alles wunderbar. Das klingt jetzt nüchtern: Ich bin gerne Auftragsschauspielerin. Ich bin immer wieder gespannt, was ich für Bücher nach Hause geschickt bekomme. Und nach den vielen Hauptrollen, fände ich eine kleine feine Nebenrolle bombig. Da könnte ich mal richtig ausrasten, mal richtig auf die Kacke hauen.

ML: Toben Sie selbst auch, wenn sie etwas auf die Palme bringt?
Josefine Preuss: Nein, da werde ich eher ganz ruhig. Wenn mich ein Mensch enttäuscht, dann habe ich eine ganz schlechte Charaktereigenschaft: Dann strafe ich ihn mit Ignoranz.

ML: Welche Menschen nerven Sie?
Josefine Preuss: Die illoyal sind, die nicht zu ihrem Wort stehen, also einfach Leute, die keine Eier in den Hosen haben.

ML: Verkörpern Sie lieber Menschen, die Ihnen im Charakter ähnlich sind oder die ganz anders sind als Sie?
Josefine Preuss: Am liebsten mag ich Rollen, die möglichst weit weg von der privaten Josefine sind.

ML: Und wie ist die private Josefine?
Josefine Preuss: Ich bin langweilig und faul. Wer mich zu Hause sieht, auf dem Sofa, DVD rein, Pizza bestellen, kommt nie im Leben darauf, dass ich eine Darstellerin bin. Gut, dass ich meinen Ernährer und Döner-Lieferanten habe, meinen besten Freund, meinen Schatzibär: Vladimir Burlakow. Er spielt ja auch mit in „Die Hebamme“.

ML: Ergeben sich am Set für Sie oft Freundschaften?
Josefine Preuss: Nach jedem Projekt bleibe ich mit zwei oder drei Leuten in Kontakt. Nach „Die Hebamme“ ist es Alicia von Rittberg, eine coole Sau. 

ML: Sie stehen ja auf Karaoke. Welche Lieder singen Sie denn am liebsten? 
Josefine Preuss: Zwei Songs sind immer dabei: „Son Of A Preacher Man“ von Dusty Springfield und Herbert Grönemeyers „Männer“. Das kriegt so eine ganz andere Bedeutung, wenn das eine Frau singt. Aber ich werde keine singende Schauspielerin oder schauspielernde Sängerin.

ML: Hätten Sie mal wieder Lust auf der Bühne zu stehen? Mit dem Theater hat ja für Sie alles angefangen …
Josefine Preuss: Ja, ich habe schon Angebote gehabt, aber die habe ich abgelehnt, weil das Stück nicht so toll war. Generell ist Theater eine ganz andere Nummer, die Probenarbeit ist sehr intensiv.  Manchmal will man dem Regisseur am liebsten den Kopf abhacken. Aber das Schöne ist, dass man vor dem Publikum die Entwicklung einer Rolle ganz anders durchmacht.

ML: Werden Sie eigentlich auf der Straße erkannt?
Josefine Preuss: Ich bin so kurz, da gucken die meisten darüber hinweg (lacht). Wenn mich aber jemand anspricht, fasse ich das als Kompliment auf, denn das würde ja keiner machen, der mich scheiße findet. Es ist so süß, wenn kleine Mädels ein Autogramm wollen und dann zittern, wenn man sie in den Arm nimmt.

ML: Kriegen Sie auch Post von Verehrern?
Josefine Preuss: Ja! Ein Siebenjähriger hat mir einen Heiratsantrag gemacht. Das war der süßeste Brief, den ich je bekommen habe. Die Mama hat ihn im Namen von dem Jungen geschrieben. Denn er war sich unsicher, ob ich seine Sauklaue lesen kann. Ganz süß! Er fragte, ob ich warten würde, bis er 16 wäre. Und ob ich ihn dann später auch mal heiraten würden. Meine Antwort lautete: Klar! Er ist 21 Jahre jünger als ich, aber das ist kein Hindernis. Wo die Liebe hinfällt (lacht)

ML: Sie haben also keinen bestimmten Männertyp?
Josefine Preuss: Nein! Wenn man meine Exfreunde in eine Reihe stellt, gleicht keiner dem anderen. Was sie gemeinsam haben, ist allerdings ihr Humor. Ich bin mit einer sehr sarkastischen Mutter und einem sehr zynischen Vater aufgewachsen. Diese Arten von Humor liebe ich. Und wenn das ein Mann mitbringt, dann hat er bei mir schon gewonnen. 

Am 5. Juni 2014, haben die Dreharbeiten zu einem weiteren Film der Lotta-Reihe im ZDF begonnen. In Berlin und Halle stehen Josefine Preuß als Lotta Brinkhammer sowie Golo Euler, Bernhard Piesk, Frank Röth, Fanny Stavjanik, Branko Samarovski, Hans-Werner Meyer und andere vor der Kamera. Sebastian Orlac schrieb erneut das Drehbuch, Regie führt Joseph Orr. In der neuen Folge mit dem Arbeitstitel „Lotta & das ewige Warum" erprobt Lotta nach bestandenem Physikum ein eigenes Familienleben. Nachdem sie allen bewiesen hat, dass Kind und Studium einander nicht ausschließen, muss sich die Titelheldin nun existentiellen Fragen des Lebens stellen.

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