Sonntag, 17. August 2014

Interview bonnFM

„Saphirblau“-Darstellerin Josefine Preuß (Lucy) im Gespräch mit bonnFM
Von Désirée Wilde

Noch vor der Premiere am 12. August 2014 in Köln sprach bonnFM mit Josephine Preuß. Der fertige Film war selbst der Schauspielerin zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Die aus „Türkisch für Anfänger“ bekannte Darstellerin bestand darauf, das Interview im Whirlpool ihres Hotelzimmers zu führen.

bonnFM: Du bist ja ein riesen Fan der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier, was gefällt Dir denn so gut an den Büchern?

Josefine Preuß: Die Trilogie ist fantastisch, weil sie Unterhaltung für die ganze Familie bietet. Die Geschichte ist nicht realistisch, sondern es geht um Zeitreisen kombiniert mit einer Art modernen Romeo-und-Julia-Geschichte und es freut mich einfach, dass Kerstin Gier die Rechte in Deutschland gelassen hat und wir nun schon bei der Verfilmung von Teil 2 angekommen sind.

bonnFM: Hast Du denn einen Lieblingscharakter?

Josefine Preuß: Definitiv Xemerius! Ich bin schon total gespannt darauf, wie er im Film aussehen wird. Gesprochen wird er auf jeden Fall von einem der tollsten Sprecher überhaupt: Rufus Beck.

bonnFM: Hast Du dich aktiv auf die Rolle der Lucy beworben?

Josefine Preuß: Beworben nicht, aber ich bin schon durch das Einsprechen der Hörbücher ganz früh mit der Sache in Berührung gekommen, und dann hieß es, als ich gerade beim Einlesen für „Saphirblau“ im Studio stand, dass die Reihe eventuell verfilmt wird. Und da dachte ich: Ich steh hier die ganze Zeit und lese von rothaarigen Frauen, die durch die Zeit reisen, also wenn ich nicht gefragt werde! Und manchmal muss man einen Wunsch nur laut aussprechen und ein paar Wochen später wurde mir die Rolle angeboten und durch das Lesen wusste ich auch schon, was Lucy in der ganzen Geschichte für eine Bedeutung hat.

bonnFM: Wodurch zeichnet sich Lucy in Deinen Worten aus?

Josefine Preuß: Sie ist sehr mutig und man kann sagen, sie bringt die ganze Geschichte erst ins Rollen. Sie ist ein richtiges Freiwild und vor Gwendolyn die erste Rebellin, die sich gegen die Loge auflehnt.

bonnFM: Was war an der Rolle selbst für Dich die größte Herausforderung?

Josefine Preuß: Bei der Rolle gab es wirklich keine Herausforderung, weil ich durch das Lesen der Bücher die Rolle schon in- und auswendig kannte und es einfach nur Spaß gemacht hat, vor allem die Zeitsprünge.

bonnFM: Wie habt Ihr die gedreht?

Josefine Preuß: Du wirst  an einem Seil befestigt und dann gibt es zwei Stuntmänner, die den Gegenzug steuern und wenn die Springen, dann wirst du nach hinten gezogen. Also lieber sein Geld anstatt für Rummel für so einen Stunt ausgeben, denn das ist einfach nur toll.

bonnFM: Abseits von „Saphirblau“: Das Erste wiederholt gerade die Serie „Türkisch für Anfänger“, die vor zehn Jahren gedreht wurde. Hattest Du seit dieser Zeit besondere Highlights im Filmgeschäft?

Josefine Preuß: Man kann zwar schon sagen, dass Comedy die Königsklasse ist und ich das auch sehr gerne spiele, aber zum Glück bin ich nicht nur allein in dieser Schiene hängen geblieben. „Das Adlon“ als meine erste dramatische Hauptrolle war eine ganz große Sache, vor allem weil niemand im Vorfeld damit gerechnet hatte, wie groß das wird. Mit „Die Pilgerin“ und „Die Hebamme“ habe ich zudem Rollen bekommen, die sich jede weibliche Schauspielerin einfach nur wünschen kann, und ich hoffe, es geht so gut weiter für mich.

bonnFM: Was ist schwieriger zu spielen – Drama oder Komödie?

Josefine Preuß: Comedy, weil ganz viel übers Timing und Tempo geht. Die Dialoge müssen sitzen und es ist weitaus schwieriger Menschen zum Lachen als zum Weinen zu bringen. Du drückst ein bisschen auf die Tränendrüse und legst traurige Musik drunter und schon heult meine Mutter selbst bei der Merci-Werbung. Comedy ist eine ganz hohe Kunst.

bonnFM: Würdest Du sagen, dass das Filmgeschäft ein hartes Business ist bzw. gab es auch mal für Dich schwere Zeiten?

Josefine Preuß: Was heißt schwer, man muss sich in dem Geschäft erst mal einen Namen machen. Ich habe angefangen mit einer Kinderserie und bin dann weiter durch Krimiserien getingelt, als Leiche, Mörder oder Verdächtige bis man dann wirklich mal eine Hauptrolle spielt. Schwer würde ich nicht sagen, weil wenn man professionell arbeitet und ein gutes Bild von sich hinterlässt, dann spricht sich das herum. Was Du können musst, ist pünktlich aufstehen, Deinen Text lernen und um den Rest kümmern sich hochprofessionelle Fachkräfte. Das Problem liegt eher darin, dass der Markt übersättigt ist von Leuten, die sich selbst Schauspieler nennen, z. B. Realitity TV-Darsteller. Für neue Gesichter ist der Markt aber immer offen.

bonnFM: Wolltest Du denn schon immer Schauspielerin werden?

Josefine Preuß: Meine Eltern meinen ja, aber ich erinnere mich an Zeiten, da wollte ich Archäologin oder Gerichtsmedizinerin werden. Das tolle an meinem Beruf ist aber ja, dass ich alles sein kann.

bonnFM: Gönnt man denn den Kollegen die Auszeichnungen oder gibt es Momente, in denen Du gedacht hast: Ich hab es mehr verdient?

Josefine Preuß: Nein, es geht nicht um verdienen, es ist allein schon eine ganz große Ehre bei den zahlreichen Beiträgen, die eingereicht werden, nominiert zu werden und das kann einem keiner mehr nehmen. Ich persönlich bin auch kein neidischer Mensch, so Stutenbeßerei am Set mag ich gar nicht, aber das Geheimnis ist ohnehin, dass die größten Diven die Männer sind.

bonnFM: Was ist besser, eine TV-Produktion oder eine Kinorolle?

Josefine Preuß: Da mache ich überhaupt keine Unterschiede. Es kommt immer auf die Geschichten an und einige eignen sich einfach nicht für die Leinwand. Deutschland ist besonders stark in Mehrteilern, die eignen sich für mehrere Abende zu Hause und erreichen oftmals sogar mehr Zuschauer. Kino ist natürlich schon „fett“, sein Gesicht so auf  großer Leinwand zu sehen, aber es macht beides viel Spaß.

bonnFM: Du hast den Film jetzt ja noch nicht gesehen, ich ging aber davon aus, dass man am Set sich nach dem Drehen die Szenen immer noch einmal angucken darf?

Josefine Preuß: Das ist von Regisseur zu Regisseur unterschiedlich. Unerfahrenen Schauspielern empfehle ich das nicht zu tun, weil man nur auf sich selbst achtet und dabei vergisst, dass es in der Postproduktion noch geschnitten, mit Musik unterlegt wird und vieles mehr. Ich selbst schaue mir das auch nur an, wenn etwas vom Timing nicht passte oder ich wissen will, wo was stehen soll.

bonnFM: Hattest Du bei „Rubinrot“, als Du ihn dann gesehen hast, nachträglich bei einer Szene gedacht: Das hätte ich auch anders machen können?

Josefine Preuß: Das habe ich selten, weil ich als Darstellerin die Verantwortung abgebe. Es gibt den Spielleiter, den Boss am Set und wenn der sagt, das ist gekauft oder das musst Du noch mal machen, dann ist das so. Um es ganz nüchtern und nicht böse gemeint zu sagen, da bin ich gerne Auftragsschauspielerin. Regisseure, die Deine Produktionen kennen, aber eine neue Seite an Dir herauskitzeln wollen, die liebe ich. „Das Adlon“ wäre vielleicht nie so gut geworden, wenn Uli Edel mich nicht  Take um Take hätte spielen lassen, auch wenn ich schon dachte: Was will der von mir, ich spiele doch schon alles?

bonnFM: Darfst Du uns abschließend schon etwas über zukünftige Projekte verraten?

Josefine Preuß: Ja, eine zweiteilige Fernsehproduktion, die am 13. und 15. Oktober im ZDF ausgestrahlt wird. Wieder mit Oliver Berben und es geht um den Untergang einer Drogeriefachmarktkette, angelehnt an die Schlecker-Affäre. Ich spiele eine Verkäuferin, die sich gegen ihre Kündigung auflehnt und auch innerhalb der Familie des Konzernchefs noch eine wichtige Rolle einnehmen wird.

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