Donnerstag, 28. August 2014

Interview (ZDF)

"Alles muss raus" ist inspiriert von wahren Insolvenz-Skandalen. Der Zweiteiler erzählt vom Überlebenskampf der Menschen am oberen und unteren Ende der Gesellschaft. Was hat Sie persönlich an Ihrer Rolle gereizt?  
Josefine Preuß: An der Rolle generell hat mich gereizt, mal wieder eine Geschichte zu erzählen, die dem Zuschauer vielleicht die Augen öffnet und an dem Film, dass er auf vielen wahren Begebenheiten beruht. Das ist immer eine riesengroße Herausforderung, weil man ja niemandem mit seiner Rolle zu nahe treten will. 

Welche Verantwortung hat man als Schauspieler, Figuren darzustellen, die an reale Begebenheiten angelehnt sind?
Josefine Preuß: Generell muss ein Schauspieler jede Figur, die er spielt, ernst nehmen. Man hat immer eine große Verantwortung gegenüber seiner Rolle. Der Zuschauer möchte ja die Beweg-gründe der Figur verstehen. Eine Figur darzustellen, die an reale Personen angelehnt ist, stellt eine besondere Schwierigkeit dar. Meine Rolle stellt eine Drogeriemarkt-Angestellte von vielen dar, aber trotzdem will man niemandem auf die Füße treten. An Insol-venzen hängen so viele Schicksale dran, viele leiden unter ihrer Kündigung.

Wie haben Sie sich Ihrer Rolle und dem Thema angenähert?
Josefine Preuß: Ich habe viel über das Thema gelesen, mir Interviews und Dokus angeschaut. Es gibt eine tolle Doku über die Schleckerfrauen. Man hat ja damals auch als Privatmensch viel in der Presse mitbekommen, aber trotzdem muss man sich in das Thema reinarbeiten.

Regisseur Dror Zahavi wurde bereits mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet. Wie empfanden Sie die Zusammenarbeit?
Josefine Preuß: Dror Zahavi ist ein ganz genauer Regisseur. Er ist detailverliebt, probiert gerne aus und lässt ausprobieren. Dabei vertraut er seinen Darstellern. Wenn er ans Set kommt, ist er sehr gut vorbereitet. Er hat immer den Überblick, weiß, was er braucht und was er von den Darstellern will. Trotzdem lacht er viel, auch bei einem Dreh wie diesem und schafft damit ein wirklich gutes Arbeitsklima.

Gibt es Momente bei den Dreharbeiten, die Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben sind? 
Josefine Preuß: Meinen ersten Drehtag habe als Zuckerbrot und Peitsche empfunden. In Janines Wohnung hatte ich gleich die zwei emotionalsten und heftigsten Szenen zu spielen: In der Früh gab es eine Szene, bei der mir fast mein Kind rausgeprügelt wurde und am Nachmittag kam dann eine Liebesszene. Da musste ich dann schon lachen, dass man an einem Drehtag so eine Bandbreite an Gefühlen und Emotionen spielen muss! Das war ein intensiver Einstand, aber gut.

Die Fragen stellten Karla Hirsch und Maike Magdanz
Pressemappe ZDF

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