Mittwoch, 22. Oktober 2014

Komödie ist immer noch Königsklasse (Petra)

Interview aus der Petra

Ihr halbes Leben schon ist Josefine Preuß in der Schauspielbranche tätig, dabei ist sie erst 28 Jahre alt. Wie ist es, mit Filmen erwachsen zu werden, was hat sich für sie verändert und wie sexistisch sind eigentlich die Kollegen? Die Schauspielerin verrät es. 

Wie ist das in Deutschland: Hat man da viel mit Paparazzi zu tun oder sind eher die Fans mit ihren Handy-Kameras das Problem?
Paparazzi habe ich persönlich noch nie erlebt. Ich wurde noch nie privat irgendwo fotografiert, ohne dass ich das wollte. Und Fans, die einen ansprechen und ein Selfie wollen, das ist doch süß! Ich finde das immer ganz putzig, wenn sich Mädchen erst nach ganz langem Hin und Her trauen, dich anzusprechen. Wenn man die dann in den Arm nimmt, passiert es teilweise, dass sie richtig aufgeregt sind und zittern. Ich finde das immer ganz süß, weil ich denke: Wir machen doch nur ein Foto.
Also Fotos heimlich vom Nachbartisch passieren dann gar nicht?
Nee, aber meine Fans wissen auch, dass sie mich immer ansprechen können. Die brauchen gar nicht heimlich fotografieren. Das beste Bild entsteht ja eh, wenn man direkt in die Kamera guckt.

Wie ist es, gemeinsam mit Filmen erwachsen zu werden?
Ich treffe heute häufig Leute in meinem Alter, die damals schon "Schloss Einstein" geschaut haben. Das ist was sehr schönes. Man kann vielleicht ein bisschen Jugend und Kindheit mitbegleiten. Und wir werden alle älter, wir reifen alle und das ist auch das schöne an den Rollen. 

Macht das denn mehr Spaß, als zum Beispiel als Kind in einem Krimi mitzuspielen?
Ich werde ja nicht gezwungen, eine Rolle zu spielen. Ich suche mir meine Rollen immer danach aus, ob das Buch toll ist, ob die Macher dahinter motiviert und jung sind und was Tolles vorhaben, gerne auch andere Genres ausprobieren. Mich muss das Buch einfach beim Lesen in der ersten halben Stunde packen und dann weiß ich schon, ob ich das spielen will oder nicht.  

Was ist das Besondere an den dramatischen Rollen, die du gespielt hast, und was ist das Besondere an den witzigen?
Komödie ist immer noch Königsklasse. Menschen zum Lachen zu bringen ist eine sehr hohe Kunst. Das hat viel mit Timing zu tun und mit den richtigen Dialogen, das ist teilweise auch trockener Humor. Es ist generell schön, Menschen zu unterhalten und Emotionen hervorzurufen. Ob das Komödie ist oder Drama: Es ist wirklich toll, wenn man es schafft, jemanden zu berühren. Das ist mein Job und ich unterhalte sehr gerne. Ich würde da ungern Unterschiede machen, was ich lieber habe. Für meinen Job ist das Wichtigste, so unterschiedliche Rollen wie möglich zu spielen. 

Also könntest du dich auch gar nicht zwischen den Genres entscheiden?
Nein, will ich auch gar nicht. Es ist einfach schön, sich auszuprobieren und ich bin dankbar und froh, dass ich so viele unterschiedliche Sachen in den letzten Jahren machen durfte. Ich hoffe natürlich, dass das so weiter geht. 

Muss man sich denn als Frau häufiger beweisen? Sind die Männer in der Schauspiel-Branche eher die dominanten?
Das ist gar nicht so, ein Mann wird niemals eine Frauenrolle spielen und eine Frau wird niemals eine Männerrolle spielen. 

Du spielst ja auch in Komödien mit, die etwas derber sind und sich über die Geschlechter lustig machen. Merkt man dann auch hinter den Kulissen, dass die Sprüche weitergehen?
Also wenn die Arbeitsatmosphäre sehr professionell ist und trotzdem lustig sein soll, dann geht das auch in den Pausen so weiter. Aber das darf man nicht persönlich nehmen, das ist dann eher so ein Piesacken unter Kollegen und das macht schon sehr viel Spaß. Vor allem, wenn man sich gut kennt und gut leiden kann. 

Wir wünschen dir auch weiterhin viel Spaß und tolle Erfahrungen am Set! Vielen Dank für das Interview!

Autor: Astrid Meisen

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