Freitag, 10. Oktober 2014

Warum Josefine Preuß Robert Atzorn bewundert (Der Westen)

Schlecker-Film Nr. 2: Nach den „Schlikkerfrauen“ von Sat.1 folgt jetzt der ZDF-Zweiteiler „Alles muss raus“ (Montag/Mittwoch, 20.15 Uhr). Josefine Preuß spielt eine Verkäuferin, die von der Pleite des Drogerie-Imperiums überrollt wird. Im Interview schwärmte sie von Film-Partner Robert Atzorn.
Schlecker, die Zweite. Das ZDF beschäftigt sich, kurz nach dem Sat.1-Film „Die Schlikkerfrauen“ , ebenfalls mit dem Umgang des Drogerie-Imperiums. In dem Zweiteiler „Alles muss raus“ (Montag, 13.10. und Mittwoch, 15.10., 20.15 Uhr) heißt der Unternehmer-Clan Faber. Josefine Preuß (29) spielt eine Verkäuferin. Jürgen Overkott (Der Westen) spracht mit ihr.

Sie haben heute drehfrei.
Josefine Preuß: Ja! Endlich mal!

Das klingt nach: vor Arbeit ganz grau.
Josefine Preuß: Ich habe im Moment wirklich viel zu tun, und da ist ein Tag ohne Weckerklingeln (betont) ein Genuss!

Das Weckerklingeln gehörte vermutlich zum Standard-Programm der Schlecker-Frauen. Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Josefine Preuß: Ich habe mir alte Zeitungsartikel besorgt, alte Dokus über Schleckerfrauen gesehen. Und: Ich bin zur Vorbereitung auch ein bisschen langsamer durch Drogeriemärkte gegangen. Was haben die Frauen da zu tun? Nur eine einzige Person an der Kasse, kaum ein Ansprechpartner, Regale einsortieren, sauber machen und trotzdem immer freundlich sein beim Kassieren – das ist schon deftig.

Wie kaufen Sie selbst ein?
Josefine Preuß: Ich gehe gerne in den Einzelhandel und bestelle nicht so gern anonym online. Ich kann auch nur dazu aufrufen, den Einzelhandel zu unterstützen, sonst ziehen sich noch weitere Familienunternehmen wie jetzt Tengelmann aus dem Markt zurück.

Das gilt für Supermärkte…
Josefine Preuß: …aber auch für den Metzger um die Ecke. Da weiß ich, wo das Fleisch herkommt. Da ist die Qualität gut. Das gilt auch für den Bäcker. Das bedeutet zwar oft mehrere Gänge, dafür ist es aber schön, mit den Leuten in Kontakt zu treten.

Sie sind der Typ Stammkundin.
Josefine Preuß: Ja!

Sie werden schon für ein Schwätzchen erwartet.
Josefine Preuß: Na ja, nicht direkt. Mir geht es schon in erster Linie darum, einzukaufen. Aber man behält schon die Verkäuferin in Erinnerung. Und dann kommt es auch schon mal zu einem gemütlichen Schwätzchen.

Dann wohnen Sie vermutlich in einer Ecke, die mit Bio-Läden und kleinem Einzelhandel gesegnet ist.
Josefine Preuß: Gesegnet und verflucht.

Verflucht?
Josefine Preuß: Na ja, es eröffnen bei uns schon viele Bio-Läden. Aber es gibt so viele verschiedene Bio-Siegel. Und ich glaube, nicht überall, wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Da lass ich mich nicht veräppeln. Und: Es muss auch nicht unbedingt immer Bio sein, wenn die Qualität stimmt. Denn bei Bio gibt es schon ziemlich krasse Preisunterschiede zu anderen Angeboten.

Also nicht unbedingt das bei Vollmond geerntete Sonnenäpfelchen.
Josefine Preuß: Jeder nach seiner Facon. Aber das ist nicht unbedingt meins.

Jetzt, wo Sie drehen, werden Sie ohnehin wenig Zeit zum Einkaufen haben. Was drehen Sie gerade?
Josefine Preuß: Eine Episode der ZDF-Reihe „Nord Nord Mord“, mit Robert Atzorn in der Hauptrolle. Das ist sehr schön, weil er in dem Schleckerfilm „Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab“ auch mitspielt, die Rolle des Firmenpatriarchen. Wir haben uns sehr gut verstanden.

Darf ich das als eine Art Vater-Tochter-Verhältnis interpretieren?
Josefine Preuß: Neeeein, nicht Vater-Tochter. Ich habe den besten Vater der Welt. Den tausche auch nicht gegen einen Robert Atzorn ein.

Das wird Ihren Vater sehr freuen.
Josefine Preuß: Robert Atzorn ist einer der nettesten und unkompliziertesten und bodenständigsten und höflichsten Kollegen, mit denen ich jemals arbeiten durfte.

Wäre ich Robert Atzorn, wäre ich jetzt ganz rot geworden.
Josefine Preuß: Nein, ich muss rot werden. Ich kann mich noch an den ersten Drehtag erinnern. Ich war wirklich sehr eingeschüchtert, weil ich mit Robert Atzorn groß geworden bin. „Unser Lehrer Dr. Specht“ – das war wirklich ein riesiges Ding. Das begleitet mich schon so lange, schon in Zeiten, als ich noch gar nicht ans Drehen gedacht habe. Also habe ich Robert Atzorn am ersten Drehtag ganz schüchtern gefragt, ob ich ein Selfie mit ihm machen darf. Und ich hab’s gleich meiner Mama geschickt: Ich drehe gerade mit „Unser Lehrer Dr. Specht“.

Ich wundere mich ein kleines bisschen. Sie haben doch selbst schon viele tolle Sachen gemacht, von „Türkisch für Anfänger“ bis „Hotel Adlon“.
Josefine Preuß: Das ist lieb, dass Sie das so sagen. Aber trotzdem blicke ich zu allen Kollegen auf, mit denen ich arbeiten darf. Und es waren einfach in den letzten Jahren so viele tolle Leute dabei. Gerade auch „Adlon“. Man kann viel gucken und viel lernen.

Ich höre heraus, dass sich das Ensemble bei „Adlon“ und auch bei Schlecker gut verstanden hat. Halten Sie zu Kollegen nach dem Dreh Kontakt?
Josefine Preuß: Ja, auf jeden Fall. Nicht zu allen. Aber zu einigen auf jeden Fall. Ich bin sehr team-affin, deshalb ergibt sich bei den Dreharbeiten meist, dass ich zu zwei, drei Leuten immer einen Kontakt aufbauen kann. Und dann ergibt sich, dass man sich, selbst wenn die Dreharbeiten schon lange vorbei sind, privat auch mal trifft.

Welche Rolle hat Ihren am meisten Schub gegeben?
Josefine Preuß: „Türkisch für Anfänger“, die Serie und auch der Kino-Film. Dass der Film so einschlagen würde – damit konnte keiner rechnen. Dann aber auch das „Adlon“, um ins ernstere Fach reinzukommen. Meine Rolle hat ein breites Altersspektrum abgedeckt. Ich habe schließlich eine 55-Jährige gespielt, was für eine Maske eine Herausforderung war. Das war der absolute Höhepunkt bisher.

Ihnen ist gelungen, aus dem Jungmädchen-Fach herauszutreten.
Josefine Preuß: Dazu muss es zunächst mal jemanden geben, der einem solche Rollen anbietet. Da muss ich (TV-Produzent; d.Red.) Oliver Berben danken, der mir eine ganz, ganz große Chance gegeben hat. Er ist ein toller Unterstützer für mich geworden. Aber es liegt natürlich auch daran, welche Rollen ich annehme. Und da habe ich immer auf mein Bauchgefühl gehört. Da habe ich bis jetzt alles richtig gemacht. Ich werde bald 30, und da mag ich auch keinen Teenager mehr spielen.

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