Samstag, 29. Oktober 2016

Interview Pressemappe "Das Sacher"

"'Das Sacher' ist die Geschichte dreier starker Frauen"
Interview mit Schauspielerin Josefine Preuß

"Das Sacher. In bester Gesellschaft" ist ein Mehrteiler über ein Luxushotel, erzählt unter Einbeziehung der europäischen Geschichte. Was ist das Besondere an diesem Zweiteiler?
Der Film spielt in einem Hotel, ein Ort, der schon immer viele in­teressante und schöne Geschichten zu erzählen wusste. Eben­falls eine zentrale Rolle spielt natürlich der historisch politische Hintergrund. Europa befand sich im Wandel, ein Zustand, den wir auch heute, unter anderen Bedingungen, wieder erleben.

Konstanze von Traunstein führt ein Doppelleben als Gattin eines Adligen mit Landgut und als Bestsellerautorin unter Pseudonym. Ihr Ehemann weiß davon nichts. Wie erlebt sie die Spaltung? Ist es eher Fluch oder Segen?
Ein Fluch ist mit Sicherheit, in so jungen Jahren gegen den eige­nen Willen verheiratet zu werden. Von einer Liebeshochzeit kann keine Rede sein – damals galten andere Konventionen. Ein Se­gen für Konstanze ist das Autoren-Dasein, welches auch als reine Flucht verstanden werden kann. Wenn sie schreibt, verliert sie sich in ihre Traumwelt. Dort ist sie frei, kann sich scheiden las­sen, ein unkonventionelles Leben führen. All dies natürlich immer unter dem Deckmantel der Anonymität. Für eine adlige Frau war es in der damaligen Zeit unmöglich, Bestsellerautorin zu werden.

Konstanze ist eine starke Frau. Sie tut alles, um ihren Traum Schriftstellerin zu werden, umzusetzen. Wie wichtig ist es – ganz besonders als Frau – damals wie heute für die eigenen Ziele zu kämpfen?
Die Geschichte hat schon viele starke Frauen hervorgebracht. Damals war es gewiss schwieriger als heute. Und doch gelang es beispielsweise Anna Sacher, in einer männerdominierten Welt das Hotel zu führen und sich auch nach dem Tod ihres Mannes die umkämpfte Konzession als kaiserlicher und königlicher Hof­lieferant zu sichern. "Das Sacher" ist die Geschichte dreier sehr starker Frauen.

Sie haben zum ersten Mal mit Ursula Strauss und Julia Koschitz gedreht. Wie war die Zusammenarbeit?
Das sind zwei tolle und großartige Kolleginnen, zu denen ich be­wundernd aufschaue.

Warum soll die Geschichte des Wiener Hotels das deutsche Fernsehpublikum interessieren?
Weil "Sacher" mehr ist als nur Torte. Der Film lehrt viel über die damalige Zeit, beeindruckende Charaktere, und ein wunderschö­nes, historisches Set-Up mit tollen Kostümen geben dem Publi­kum die Möglichkeit, sich zweimal über 100 Minuten in eine an­dere Welt entführen zu lassen.

Die Fragen stellte Janine Friedrich

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