Montag, 16. Januar 2017

Bild: Preuß (31) über kleine Sünden und Kinderwunsch

Von: Ronja Brier,
Berlin – Berühmt wurde sie als freche Göre in „Türkisch für Anfänger“. Geändert hat sich das mit ihrer Hauptrolle im Spielfilm übers Adlon. Seitdem spielt Josefine Preuß (31) erwachsenere Rollen. Auch jetzt ist sie wieder in einem Film über ein Hotel zu sehen: „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ (ZDF, 20.15 Uhr, 1. Teil am 16. Januar, 2. Teil am 18. Januar).
Im Interview mit BILD erklärt Preuß, warum das Sacher mehr als nur Torte ist.

BILD: Was ist bei „Das Sacher“ anders als beim Adlon-Film?
Josefine Preuß: Eigentlich ist alles anders. Bis auf die tolle Bühne, die ein Hotel ist: Das ist einfach der beste Ort, um eine Geschichte zu erzählen. Mit den Begegnungen von Menschen, die sich normalerweise nicht begegnen würden.

BILD: Was macht den Mythos des Sacher aus?
Preuß: Das Sacher ist mehr als nur Torte! Noch heute ist es so, dass du reinkommst und den alten Charme spürst. Alleine die Geschichte der Familie Sacher ist interessant: Anna Sacher hat nach dem Tod ihres Mannes als erste Frau überhaupt ein Traditionshaus geführt. Sie hat sich um eine Krankenversicherung für ihre Mitarbeiter gekümmert, sie hat einen Damensalon gegründet. Sie hat sich in einer männerdominierten Welt durchgesetzt.

BILD: Haben Sie während des Drehs denn im Sacher gewohnt?
Preuß: Nein. Wir haben drei Monate in Wien gedreht. In der Zeit habe ich mir eine Wohnung gemietet, um einen Ort zu haben, der für die Zeit mein Zuhause war. An dem ich selbst kochen und waschen konnte.

BILD: Sie haben also noch nie wirklich im Sacher übernachtet?
Preuß: Doch. Als ich in Wien war, um mit unserem Regisseur Robert Dornhelm über meine Rolle zu sprechen, durfte ich im Sacher nächtigen. In der „Don Giovanni“-Suite. Alle Suiten sind ja nach Opern benannt.

BILD: Wie viel Luxus brauchen Sie?
Preuß: Nicht viel. Ein sauberes Zimmer und eine gute Matratze, mehr eigentlich nicht. Materielles bedeutet mir nichts. Zeit und Familie und Freunde, das ist für mich Luxus. Davon habe ich dann gerne viel.

BILD: Gute Hotels sammeln Daten mit den Vorlieben, den Abneigungen und Marotten Ihrer Gäste. Was steht da über Sie?

Preuß: Dass ich keine Bananen essen darf. Ich bin allergisch gegen Bananen!

BILD: An was bedienen Sie sich aus der Minibar?
Preuß: Eigentlich an gar nichts. Vielleicht ein Wasser oder ein Orangensaft. Aber statt alleine in meinem Zimmer einen Drink zu nehmen bestelle ich mir lieber was an der Hotelbar. Das ist schöner und ich kann nebenbei noch ein bisschen Leute gucken.

BILD: Haben Sie schon mal ein Hotelzimmer verwüstet hinterlassen?
Preuß: Nein. Da habe ich einen Tick, der eher in die andere Richtung geht. Bevor ich auschecke mache ich selbst noch mal sauber, um den Mitarbeitern nicht so viel Arbeit zu hinterlassen. Gerade wenn man nicht mit den eigenen Sachen lebt, hat man sich zu benehmen.

BILD: Erzählen Sie das mal den Rockstars…
Preuß: Ja, die Rockstars... Ich glaube ehrlich gesagt, die Geschichten von verwüsteten Zimmern sind nur erfunden – einfach weil es dazugehört.

BILD: Dann haben Sie wahrscheinlich auch noch nie etwas mitgehen lassen im Hotel, oder?
Preuß: Nur die kleinen Seifen und Shampoos. Aber die sind ja dafür gedacht. Im Sacher gibt es übrigens Shampoo und Bodylotion mit Schokolade. Ansonsten habe ich noch nie etwas geklaut.

BILD: Ihre Figur im „Sacher“, eine Familienmutter und Adelige, hat ein verborgenes Talent als Schriftstellerin. Haben Sie auch ein heimliches Talent?
Preuß: Nein. Ich möchte einfach nur spielen. Tolle Bücher verfilmen. Menschen unterhalten.

BILD: Sie haben in einem Interview gesagt, das Sacher sei auch ein Film über drei starke Frauen – Ihre Rolle der Konstanze von Traunstein, Julia Koschintz als die Verlagsleiterin Martha Aderhold und Ursula Strauss als Hotelbesitzerin Anna Sacher. Was macht für Sie eine starke Frau aus?
Preuß: Eine starke Frau ist für mich unabhängig, hat ihre eigene Meinung und Rückrad. Sie denkt moralisch und denkt in manchem Momenten auch nicht moralisch.

BILD: Wie meinen Sie das?

Preuß: Ich glaube, alle Menschen haben ihre Leichen im Keller. Es ist doch ein Zeichen von Stärke, auch die Schwächen zuzulassen.

BILD: Süß ist als Attribut für die Sacher-Torte durchaus passend. Aber ist das Ihrer Meinung nach auch ein Kompliment für eine Frau?
Preuß: Es kommt darauf an, wer es sagt und in welcher Situation. Ab 30 will man als Frau eigentlich nicht mehr süß sein. Aber wenn es ein lieber Mensch sagt, kann das auch ein schönes Kompliment sein. Süß ist ja eigentlich ein sehr nettes und positives Wort. Nur wenn mir jemand nach dem Motto „kleine Süße“ kommt, kann ich auch meine saure Seite zeigen.

BILD: Sind Sie eine starke Frau?
Preuß:

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