Mittwoch, 18. Oktober 2017

Frankfurter Neue Presse (18.10.17)


Stadtgeflüster Josefine Preuß: "In Frankfurt meinen 30. Geburtstag gefeiert"

Die Schauspielerin Josephine Preuß kommt mit ihrem neuen Film „Vorwärts immer“ in die Kinos. Wir haben sie getroffen und gefragt, ob sie in Frankfurt feiern war.

Omnipräsent ist die Schauspielerin Josefine Preuß im Moment: Gerade ist die Komödie „Vorwärts immer“ über die ehemalige DDR in die Kinos gekommen, demnächst ist sie zudem im Fernsehen in einer Sitcom zu sehen.

Frankfurt.
Mit der Mainmetropole hat Josefine Preuß nicht viel am Hut. Aber eines wird sie wohl nie vergessen: „Ich habe hier in Frankfurt meinen 30. Geburtstag gefeiert.“ Oder besser gesagt: Was man so feiern nennen kann, denn eine der gefragtesten deutschen Schauspielerinnen stand für Dreharbeiten vor der Kamera. Damals, vor gut anderthalb Jahren, wurde der Streifen „Vorwärts immer“, der vor wenigen Tagen in die Kinos kam, produziert.

Weil der Film vor Kurzem in Frankfurt Premiere feierte und er am nächsten Tag beim hessischen Film- und Kinopreis in der Kategorie „Bester Film“ nominiert war, war die Schauspielerin zu Gast in der Stadt. Mit dabei war auch Jörg Schüttauf , der in „Vorwärts immer“ einen (falschen) Honecker gibt. „Gerade diese Nominierung finde ich schön. Denn sie ist für den besten Spielfilm. Da wird niemand herausgehoben und der Preis ginge, wenn wir ihn kriegen, dann ans Team“, sagt Preuß. Allerdings ging das Team dann doch leer aus. „Es gibt kein Verlieren oder Gewinnen. Allein die Nominierung ist der Punkt auf dem I“, sagt die Schauspielerin sehr diplomatisch.

„Vorwärts immer“ sei eine Komödie für Wessis, Ossis und Einheitskinder. „Der Film soll Spaß machen“, sagt Preuß. „Wir wollen niemandem auf die Füße treten. Denn natürlich haben unter diesem Regime auch viele Menschen gelitten.“ Aber: „Genau die Seite zeigen wir nicht, sondern wir zeigen die mutigen Stimmen, die auf die Straße gegangen sind, um für die Freiheit zu kämpfen.“ Die letzten Tage der DDR seien eine reine Witzveranstaltung gewesen, weshalb es auch Zeit gewesen sei, darüber eine schöne Komödie zu drehen.

Mit einer Komödie wurde Preuß auch bekannt – sie spielte in „Türkisch für Anfänger“ an der Seite von Elyas M’Barek . Eine erneute Zusammenarbeit mit ihm sei derzeit nicht geplant. „Er ist zurzeit vollkommen ausgelastet mit ,Fack ju Göhte’“, betont Preuß.

Eine Traum- oder Wunschrolle hat die Schauspielerin nicht. Josefine Preuß ist Realistin: „Was soll ich mir nach ,Das Adlon – eine Familiensaga’, ,Die Sacher’ oder ,Die Hebamme’ wünschen? Ich bin eher darauf gespannt, welche Angebote ich bekomme und in welcher Rolle mich die Menschen sehen wollen. Was soll ich mir noch mehr wünschen, ich bin so dankbar.“

Während „Schütti“, wie Preuß Jörg Schüttauf nennt, im Kinosaal des Cinema am Roßmarkt „Vorwärts immer“ schaut, sitzt die zierliche Frau im Foyer, trinkt einen Latte Macchiato und erzählt. „Der Film sei zudem auch noch von Hessen gefördert worden“, sagt Preuß. „Auch deshalb sind wir hier.“ Zu Hessen habe sie keinen Bezug. Zu Frankfurt auch nicht. „Wir haben hier einen Teil des Films gedreht. Alle Aufnahmen seien in geschlossenen Räumen entstanden, weil man dort alles so herrichten könne, dass es aussehe wie in der DDR.

Ausgegangen sei sie nicht in Frankfurt, dazu sei wegen der vielen Arbeit keine Zeit gewesen. „Wenn man dreht, dann dreht man, dann geht man abends nicht aus“, sagt die Mimin, die auch weiß, wann sie Pausen braucht und sich deshalb mit dem Thema Schlafen auseinandergesetzt hat. Sie verbanne alle elektronischen Geräte aus ihrem Schlafzimmer – kein Handy, kein Fernseher. „Ich will einen sauberen Schlaf“, sagt sie und erzählt, dass sie ganz viele Sachen abgedreht habe. Doch fürs Pausieren bleibe keine Zeit. „Ich beginne jetzt im November mit ,Schattengrund’, einer Romanverfilmung nach dem Buch von Elisabeth Herrmann.“

Am 23. Oktober kommt „Der siebte Tag“ im ZDF und im November eine Sitcom für ZDF Neo. „Tut mir leid“, sagt Josefine Preuß. „Nicht, dass ihr mich irgendwann satt habt.“ Nein. Ganz sicher nicht. Mehr von Josefine Preuß, bitte.
(es)

Quelle: FNP

Sonntag, 15. Oktober 2017

Samstag, 14. Oktober 2017

Dresden-Premiere "Vorwärts immer!"

Rundkinos Dresden, 14.10.2017


Hessischer Film- und Kinopreis 2017

Der Kinofilm "Vorwärts immer!" wurde für den Hessischen Film- und Kinopreis 2017 in der Kategorie "Spielfilm" nominiert. Die Verleihung fand am 13. Oktober 2017 in der Alten Oper in Frankfurt stattfinden. Leider konnte sich die Produktion nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen.


Frankfurt-Premiere "Vorwärts immer!"

12.10.2017, Cinema Arthouse Frankfurt

Berlin-Premiere "Vorwärts immer!"

11.10.2017, Yorck Kino Berlin

Immenhof-Preis

Am 7. Oktober fand in Bad Malente-Gremsmühlen die Immenhof-Gala samt Filmpreisverleihung statt. Josefine Preuß gehörte neben Gesine Cukrowski, Horst Janson, Claudia Rieschel und Sinje Irslinger zu den fünf Filmpreisträgern.



SUPERillu (42/2017)

Interview mit Josefine Preuß und Jörg Schüttauf in der SUPERillu (Nr. 42 / 2017)


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Eine Stunde Film (10.10.)

Josefine Preuß zu Gast im Interview bei Eine Stunde Film


https://www.deutschlandfunknova.de/eine-stunde-film

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Komödie ist immer nich Königsklasse (Petra)

Ihr halbes Leben schon ist Josefine Preuß in der Schauspielbranche tätig, dabei ist sie erst 28 Jahre alt. Wie ist es, mit Filmen erwachsen zu werden, was hat sich für sie verändert und wie sexistisch sind eigentlich die Kollegen? Die Schauspielerin verrät es.

Wie ist das in Deutschland: Hat man da viel mit Paparazzi zu tun oder sind eher die Fans mit ihren Handy-Kameras das Problem?
Paparazzi habe ich persönlich noch nie erlebt. Ich wurde noch nie privat irgendwo fotografiert, ohne dass ich das wollte. Und Fans, die einen ansprechen und ein Selfie wollen, das ist doch süß! Ich finde das immer ganz putzig, wenn sich Mädchen erst nach ganz langem Hin und Her trauen, dich anzusprechen. Wenn man die dann in den Arm nimmt, passiert es teilweise, dass sie richtig aufgeregt sind und zittern. Ich finde das immer ganz süß, weil ich denke: Wir machen doch nur ein Foto. 
 
Also Fotos heimlich vom Nachbartisch passieren dann gar nicht?
Nee, aber meine Fans wissen auch, dass sie mich immer ansprechen können. Die brauchen gar nicht heimlich fotografieren. Das beste Bild entsteht ja eh, wenn man direkt in die Kamera guckt.
 
Wie ist es, gemeinsam mit Filmen erwachsen zu werden?
Ich treffe heute häufig Leute in meinem Alter, die damals schon "Schloss Einstein" geschaut haben. Das ist was sehr schönes. Man kann vielleicht ein bisschen Jugend und Kindheit mitbegleiten. Und wir werden alle älter, wir reifen alle und das ist auch das schöne an den Rollen. 
 
Macht das denn mehr Spaß, als zum Beispiel als Kind in einem Krimi mitzuspielen?
Ich werde ja nicht gezwungen, eine Rolle zu spielen. Ich suche mir meine Rollen immer danach aus, ob das Buch toll ist, ob die Macher dahinter motiviert und jung sind und was Tolles vorhaben, gerne auch andere Genres ausprobieren. Mich muss das Buch einfach beim Lesen in der ersten halben Stunde packen und dann weiß ich schon, ob ich das spielen will oder nicht.  
 
Was ist das Besondere an den dramatischen Rollen, die du gespielt hast, und was ist das Besondere an den witzigen?
Komödie ist immer noch Königsklasse. Menschen zum Lachen zu bringen ist eine sehr hohe Kunst. Das hat viel mit Timing zu tun und mit den richtigen Dialogen, das ist teilweise auch trockener Humor. Es ist generell schön, Menschen zu unterhalten und Emotionen hervorzurufen. Ob das Komödie ist oder Drama: Es ist wirklich toll, wenn man es schafft, jemanden zu berühren. Das ist mein Job und ich unterhalte sehr gerne. Ich würde da ungern Unterschiede machen, was ich lieber habe. Für meinen Job ist das Wichtigste, so unterschiedliche Rollen wie möglich zu spielen. 
 
Also könntest du dich auch gar nicht zwischen den Genres entscheiden?
Nein, will ich auch gar nicht. Es ist einfach schön, sich auszuprobieren und ich bin dankbar und froh, dass ich so viele unterschiedliche Sachen in den letzten Jahren machen durfte. Ich hoffe natürlich, dass das so weiter geht. 
 
Muss man sich denn als Frau häufiger beweisen? Sind die Männer in der Schauspiel-Branche eher die dominanten?
Das ist gar nicht so, ein Mann wird niemals eine Frauenrolle spielen und eine Frau wird niemals eine Männerrolle spielen. 
 
Du spielst ja auch in Komödien mit, die etwas derber sind und sich über die Geschlechter lustig machen. Merkt man dann auch hinter den Kulissen, dass die Sprüche weitergehen?
Also wenn die Arbeitsatmosphäre sehr professionell ist und trotzdem lustig sein soll, dann geht das auch in den Pausen so weiter. Aber das darf man nicht persönlich nehmen, das ist dann eher so ein Piesacken unter Kollegen und das macht schon sehr viel Spaß. Vor allem, wenn man sich gut kennt und gut leiden kann. 
 
Wir wünschen dir auch weiterhin viel Spaß und tolle Erfahrungen am Set! Vielen Dank für das Interview!
Autor: Astrid Meisen, Quelle: Petra

PNN (10.10.17)

Artikel aus den Potsdamer Neueste Nachrichten
[...]
Spaß hatte auch Hauptdarstellerin Josefine Preuß – besonders während einer Szene, in der sie sich mit zwei Kollegen in einen alten Trabbi quetschen muss. Wegen einer Polizeikontrolle erfindet ihre Figur Anna eine dramatisch inszenierte Ausrede für die nicht vorhandenen Papiere. „Wir mussten dabei sehr viel lachen und es ist eine Wahnsinnsszene geworden“, so Preuß, die als Schülerin das Helmholtz-Gymnasium Potsdam besuchte. Überhaupt sei sie von dem Drehbuch zu „Vorwärts immer!“ sofort begeistert gewesen. „Es ist eines der besten, das ich seit langem gelesen habe“, schwärmt sie. Nicht nur, weil sie die komödiantische Sicht auf die DDR toll finde, sondern auch weil jede Figur mit sehr viel Respekt beleuchtet werde. „Jeder Beweggrund ist irgendwie nachvollziehbar“, sagt sie. „Man merkt, dass da ganz viel Herzblut drin steckt.“

Josefine Preuß steht am Scheideweg

Definitiv sind die Figuren eine Stärke des Films, oft kommt der Wunsch auf, ihre individuellen Geschichten noch etwas tiefer beleuchtet zu sehen. Josefine Preuß hat für Anna deswegen auch eine eigene kleine Hintergrundstory erdacht. „Für mich ist Anna zum Beispiel als Sternzeichen ein Zwilling“, verrät sie lachend. „Es zieht sie hierhin und dorthin, sie steht an einem Scheideweg, das passt gut.“ Mit ihrem Charakter könnten sich wahrscheinlich auch heute noch viele junge Frauen identifizieren, so Preuß. Vor allem sei er aber auch eine Chance für junge Leute ein Stück Geschichte kennenzulernen. „Viele Jugendliche wissen garantiert nicht mehr, wer Honecker war“, sagt sie. „Meiner Meinung nach ist der Film eine gute Motivation selbst mehr zu recherchieren."
[...]

Montag, 9. Oktober 2017

Morgenpost (7.10.17)

Josefine Preuß lebt nicht auf großem Fuß
Schauspielerin Josefine Preuß spricht im Interview über ihre Familie, materielle Sicherheit und darüber, wofür sie gerne Geld ausgibt.

Für ihre Rolle im Fernsehfilm "Das Cello" musste Josefine Preuß nicht nur an ihre emotionalen Grenzen gehen, sondern auch nackt spielen. Für die Schauspielerin kein Problem. Im Interview spricht sie über ihr inniges Verhältnis zu ihrer Familie und ihr Sicherheitsbedürfnis.
In Ihrem neuesten Film "Das Cello" erlebt Ihre Filmfigur Theresa eine sehr traurige Kindheit. Wie sind Sie selbst aufgewachsen?
Josefine Preuß: In einem sehr liebevollen Elternhaus. Ich habe extrem junge Eltern. In der früheren DDR war das ja so, dass die jungen Leute schon oft im Studium eine Familie gründeten. Es war somit leichter an eine Wohnung zu kommen und der Staat hat es den Frauen auch leicht gemacht, wieder in ihren Beruf zurückzukehren, indem er für die Kinderbetreuung gesorgt hat. Meine Schwester und ich sind sehr behütet aufgewachsen. Und auch heute haben wir immer schöne und lustige Familientreffen. Mein Vater, ein Polizeidirektor, ist sehr sarkastisch. Meine Mutter, eine Lehrerin, extrem zynisch. Wir liegen oft vor Lachen auf dem Boden, so fröhlich geht es bei uns zu.

Haben Sie viel Kontakt zu Ihrer Familie?
Ich bin immer mit meiner Familie in Kontakt. Auch wenn ich drehe und wir uns nicht sehen können, sind wir in Verbindung. Dank der modernen Technik ist das heute ja auch kein Problem mehr. Wir telefonieren und skypen dann und halten uns so auf dem Laufenden, was gerade passiert. In einer guten Familie aufgewachsen zu sein, ist immer die Basis, selbst tolle Beziehungen führen zu können
Sind Sie ein Mensch, der seinem Herzen folgt?
Auf jeden Fall. Das ist sogar ganz klar unser Familienleitspruch: Tue immer das, was dein Herz dir sagt. Das habe ich immer so gehalten, und bin damit auch immer gut gefahren.
Sie sind im Sternzeichen Steinbock geboren. Wie wichtig ist Ihnen Sicherheit?
Sicherheit ist mir sehr wichtig, in jeder Hinsicht, beruflich wie privat. Wenn ich an unser Gesundheitssystem denke oder mein jährliches Schreiben von der Rentenversicherung bekomme, könnte ich jedes Mal heulen. Für die junge Generation sieht es einmal düster aus, wir werden vom Staat nicht mehr unterstützt. Ich kann nur jedem empfehlen, jeden Monat das, was er entbehren kann, zur Seite zu legen. Ob 20, 50 oder 100 Euro – einfach unter die Matratze packen, dann hat man irgendwann wenigstens ein bisschen etwas. Auf der Bank bekommt man ohnehin nichts mehr.
Sie haben mit 14 Jahren deshalb schon eine private Rentenversicherung abgeschlossen.
Dazu hat mir mein Vater zum Glück geraten. Mit 14 Jahren denkt man ja nicht an eine private Absicherung für das Alter. Ich bin sehr glücklich darüber, dass er das für mich getan hat. Aber auch so weiß ich, dass es in meinem Beruf keine wirkliche Sicherheit gibt. Im Moment läuft es für mich wunderbar, ich werde sehr gut besetzt, kann über mangelnde Arbeit nicht klagen. Aber ich weiß natürlich, dass es dafür keine Garantie gibt und das nicht immer so bleiben muss. Ich lebe daher auch nicht auf großem Fuß. Ich kenne meine Einkünfte und meine laufenden Kosten. Ich lebe nicht über meine Verhältnisse. Ich habe zwar ein Auto, auch mit meiner Wohnung in Berlin habe ich totales Glück. Ich habe noch einen alten Mietvertrag, der keine Erhöhungen vorsieht.
Wofür geben Sie denn Geld aus?
Ich gebe mein Geld gerne für Reisen aus. Das ist mein liebstes Hobby. Ich möchte gerne recht viel von der Welt sehen und wenn ich manchmal einen Langstreckenflug über 16 Stunden in ein tolles Land habe, dann kostet der natürlich auch entsprechend. Allerdings recherchiere ich vorher das allergünstigste Angebot. Aber wie gesagt, das ist es mir wert. Ich zehre oft lange von meinen Reisen und die schönen Erinnerungen kann mir niemand nehmen.
Als Sie sich für "Die Pilgerin" die Haare abschneiden lassen mussten, haben Sie geweint. Was bringt Sie sonst zum Weinen?
Ja, als meine Haare ab mussten, habe ich geheult, ich habe mich gar nicht mehr erkannt. Meine langen roten Haare waren immer mein Markenzeichen, und dann waren sie plötzlich weg! Was mich sonst zum Weinen bringt? Das kommt ganz darauf an, in welcher Phase meines Zyklus ich gerade bin (lacht). Es gibt Tage, da fange ich schon bei der "Merci"-Werbung im Fernsehen an zu heulen. Wir sind nun mal Frauen, das ist einfach so …
Sie wurden im vergangenen Jahr 30. Mit 30 fangen ja die ersten Freundinnen an, eine Familie zu gründen. Setzt Sie das unter Druck?
Tatsächlich ist jetzt die erste Freundin in unserem Freundeskreis schwanger. Ich freue mich total für sie. Wir schauen uns immer ihre Ultraschallbilder an und haben beschlossen, dass ihr Kind unser Test-Baby wird. Wenn es da ist, wollen wir alle sehen, wie das ist mit einem Kind und jeder darf dann mal mit ihm schmusen, kuscheln und es füttern – und dann wieder der Mama zurückgeben (lacht). Aber es setzt mich überhaupt nicht unter Druck. Ich habe nicht so eine konkrete Lebensplanung im Kopf, lasse das auf mich zukommen. Ich finde Kinder toll, schließe auch nicht aus, dass ich eines Tages Mutter werden möchte, aber in meiner jetzigen Lebensphase ist das noch kein Thema für mich.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Das neue Blatt (41/2017)

Interview mit Josefine Preuß aus "Das neue Blatt" (Nr. 41 / 2017)

Clips "Vorwärts immer!"


Samstag, 30. September 2017

Freitag, 29. September 2017

Josi beantwortet eure Fragen

https://www.facebook.com/ZDF/videos/1491272737615017/Josefine Preuß beantwortet heute Abend ab 22:00 Uhr Eure Fragen zu "SCHULD II" auf der ZDF-Facebookseite.
Schreibt dort jetzt schon in die Kommentare, was Ihr von ihr wissen möchtet.

https://www.facebook.com/ZDF/videos/1491272737615017/

Nach dem Mord habe ich erst mal geheult (BBO)


Die Kurzgeschichte „Das Cello“ gehört zu den intensivsten Folgen der zweiten Staffel von „Schuld“. Josefine Preuß spielt eine verzweifelte Schwester, dessen Bruder sie zu einem Kapitalverbrechen verleitet. Die Schauspielerin verrät im Interview, wie nahe ihr die Rolle gegangen ist.


BBO: Was hat Sie an „Das Cello“ zuerst gepackt – die Geschichte selbst oder die Aussicht darauf, mit Hannu Salonen und einem bekannten Team zusammenzuarbeiten?

Josefine Preuß: Zunächst einmal habe ich die Bücher von Ferdinand von Schirach bereits vorher verschlungen. Nun ist „Das Cello“ tatsächlich eine Geschichte aus „Verbrechen“, wurde allerdings damals aus verschiedenen Gründen nicht mit in die Verfilmung hineingenommen.

Ich habe die Serie natürlich gesehen, weil ich mir alle Berben-Produktionen gerne anschaue. Das ist einfach qualitativ wertvolles Fernsehen. Auch in „Verbrechen“ gab es viele spannende Stories, aber „Das Cello“ war immer etwas Besonderes. Eigentlich hat „Das Cello“ alles einer griechischen Tragödie. Das hat mich dermaßen gepackt, dass ich mich bei dieser Rolle das erste Mal selbst mit ins Spiel gebracht habe. Normalerweise mache ich das nicht, aber Oliver Berben hat kurz überlegt und gesagt: Warum eigentlich nicht?
Natürlich hat es auch eine Rolle gespielt, dass ich gerade mit dem gleichen Team in Prag „Die Hebamme 2“ gedreht habe, also auch Hannu Salonen als Regisseur, Wolf Siegelmann an der Kamera und Oliver Berben und Jan Ehlert als Produzenten.



BBO: Nun sind die Geschichten von Ferdinand von Schirach ja fast schon skizzenhaft, fast völlig ohne Dialog. Wie präsent war die Kurzgeschichte für Sie am Set, und wie viel Interpretation hat gerade diese Erzählform für Sie zugelassen?


Josefine Preuß: Ich habe absichtlich die Kurzgeschichte vorher nicht mehr gelesen. Während der Drehzeit ist nur das Drehbuch meine Bibel. Tatsächlich wurde so die ganze Situation noch schlimmer als die Kurzgeschichte. Plötzlich wurden auch die Motive von Teresa greifbarer, gerade nach der Schockdiagnose, dass Teresas Bruder nach dem Unfall nicht nur das Bein verliert, sondern nach und nach auch seine Sprache und sein Gedächtnis.

Das war so intensiv, das ging einfach nur mit diesem Team. Hannu ist einfach ein sehr feinfühliger Regisseur, der seinen Blick überall hat und irgendwo alle seine Figuren liebt, auch wenn sie böse sind. Aber es war eine komplett andere Stimmung am Set. Bei „Die Hebamme 2“ haben wir herumgeflachst und schlechte Witze gemacht oder sind abends Bier trinken gegangen. Bei „Das Cello“ merkte man von Anfang an: Es war eine komplett andere Stimmung am Set. Es hat mit jedem etwas gemacht.


BBO: Bei so vielen intensiven Eindrücken – gab es überhaupt so etwas wie eine „schlimmste Szene“ für Sie?


Josefine Preuß: Ich bin nie frei nach Hause gefahren und habe „Feierabend!“ geschrien. Es blieb immer etwas hängen. Wie ist das möglich? Ich mag Teresa, ich will sie verstehen. Ich muss sie nicht verstehen als Darstellerin, aber ich will sie verstehen. Ich kann mich an den Tag erinnern, als wir tatsächlich den Mord gedreht haben. Die Szene haben wir als eine der letzten Szenen gedreht, was gut war. Ich musste meinen Kollegen Louis ja auch erst mal kennenlernen, dass wir eine gute Beziehung aufbauen.

Wir haben das gedreht und er blieb relativ lang unter Wasser. Ich war schon am Wackeln: Soll ich jetzt abbrechen und ihn jetzt hochholen? Ich merkte, ich hatte komplett die Kontrolle verloren. Das ist mir noch nie passiert, und ich habe mich sehr gerne unter Kontrolle. Und ich musste plötzlich aus dieser Badewanne raus, nach nebenan, durchatmen und dann habe ich erst mal fünf Minuten geheult. Louis kam, hat mich in den Arm genommen, und hat gesagt, ich lebe, alles gut. Aber das war das erste Mal, dass ich gesagt habe: Ich kann nicht mehr. Und das geht eben am Set nicht, weil man die Szene ja eventuell aus einer anderen Perspektive nochmal spielen musst.


BBO: Nun ist die Beziehung zwischen Theresa und ihrem Bruder Leonhard ja eine ganz besondere Verbindung. Aber es ist ja keine Liebesbeziehung im erotischen Sinne. Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Theresa und Leonhard?


Josefine Preuß: Es ist sicher keine sexuelle Beziehung, aber es ist definitiv mehr und geht über eine normale Beziehung zwischen Schwester und Bruder hinaus. Auch wenn es mehr von Leonhards Seite ausgeht, untergrabt Theresa das aber auch nicht. Dazu muss man sagen: Leonhard war von Anfang an der Looser für den Vater und wird nur niedergemacht. Er kann nichts, er ist ein Schlaffi, und dann fragt sich der Vater auch noch, ob Leonhard überhaupt von ihm ist. Jeden Tag so den Spiegel vorgehalten zu bekommen, bedeutet für Leonhard, dass er nichts anderes hat als Theresa. Die beiden sind eine moderne Variante von Hänsel und Gretel, die alleine durch den fremden Wald wandern, Kinder, die sich an die Hand nehmen und nur sich haben. Das war für mich immer dieses Bild, was ich von den beiden hatte.


BBO: Nun wendet sich die Geschichte ins Dramatische, als Theresa beginnt, für ihren Bruder Cello zu spielen. Wie kann es sein, dass Leonhard sich plötzlich daran sexuell erregt, dass seine Schwester Cello spielt und sich schließlich sogar dabei auszieht? Nimmt er sie dabei überhaupt als seine Schwester wahr?


Josefine Preuß: Doch, er weiß immer, wer sie ist. Es fängt ja so an, dass Theresa auf einmal die Idee hat, ihm etwas Gutes zu tun und für ihn zu spielen. Sie hat monatelang kein Cello gespielt. Und jetzt holt sie diesen staubigen Cellokasten wieder raus und spielt für ihn. Und als sie die Suite Nummer 3 spielt, sagt er plötzlich „Tessa“. Und vorherkonnte er sich nicht an Milch, Butter oder Banane erinnern. Aber dann hört er diese Musik und sagt einfach „Tessa“. Das ist ein Streichholz, an das sie sich klammert. Das ist das Gefühl, dass er wiederkommt und dass sie ihn zurückholen kann. Sie erkennt plötzlich, dass er weiß, wer sie ist.

Dass es dann so weitergeht – ich weiß nicht, warum sie das tut. Ist es, weil er wahrscheinlich eh Jungfrau war oder weil sie sich für ihn wegen des Flirts mit den beiden Mädchen gefreut hat? Sie weiß, dass er Jungfrau ist, er wird niemals eine normale Beziehung haben, er wird niemals ein normales Sexleben haben. Sie sind beide Opfer in ihrem eigenen Schicksal. Und wenn man dann weiß, dass „Das Cello“ eine der Geschichten ist, die noch am nächsten an der Wahrheit ist, dann nimmt einen das ganz schön mit.


BBO: Irgendwann bricht aber auch Theresa zusammen. Ist das die Wende in der Beziehung zu ihrem Bruder?


Josefine Preuß: Nein, das war eine Szene, um mal zu zeigen, wie stark sie eigentlich immer war. Sie hat das Haus eingerichtet, sich nur um ihn gekümmert und hatte nur ein paar Stunden eine Pflegehilfe, um einem Job nachgehen zu können, den man im Film aber auch nie sieht. Sie hat ihre eigenen Träume vom Musikkonservatorium aufgegeben, alles nur für ihn.

Die Szene, in der Theresa selbst zusammenbricht, war so gar nicht geschrieben. Ich wollte sie aber so einmal spielen. Ich hatte das Gefühl, dass die Szene jetzt körperlich werden muss. Die Situation muss sie sichtbar überfordern. Wenn man sein ganzes Leben aufgibst für einen Pflegefall, muss es vielleicht auch für den Zuschauer einen Punkt geben, an dem er versteht, dass sie einmal loslässt und sagt: Ich kann nicht mehr. Das ist ein Ausraster, aber das bekommt Leonhard ja gar nicht mit in seinem Anfall. Ich hätte es vielleicht noch extremer spielen sollen. Vielleicht hätte ich ihm wirklich eine knallen sollen – um es sofort danach wieder zu bereuen, weil es ja der liebe Bruder ist. Aber er schreit sie ja auch an und beschimpft sie. Es muss klar, dass es körperlich und geistig unglaublich anstrengend ist, einen solchen Pflegefall zu betreuen.


BBO: Bei all diesen furchtbaren Schicksalsschlägen – halten Sie Theresa für schuldig?


Josefine Preuß: Natürlich stellen wir uns die Frage nach der Schuld außerhalb des Gesetzbuches. Dass der Mord grundsätzlich ein Verbrechen ist, ist klar. Es ist Mord aus Heimtücke. Sie hat ihn mit Schlafmitteln gefügig gemacht und ein vollständiges Geständnis abgelegt. Mord aus Heimtücke heißt in Deutschland sieben bis 15 Jahre Gefängnis.
Viele sagen, Theresa mordet aus Mitleid. Aber das ist mir zu einfach. Das ist kein Mord aus Mitleid. Mitleid hat keine behinderte Person dieser Welt verdient, egal ob körperlich oder geistig behindert: Ist es aber Mord aus Liebe? Oder einfach eine Schmerzbefreiung? Ist es nicht ein Symbol ihres eigenen Schmerzes, den sie loswerden will? Das war mir auch in der Inszenierung so wichtig. Da habe ich lange mit Hanno darüber geredet. Auch wie sie das Geständnis ablegt, so ganz maskenfrei. Ich war schon in der Rolle und Theresa wusste nach dem Geständnis, was sie dann machen wird. Das darf nur der Zuschauer nicht wissen. Aber so, wie ich Teresa spielen wollte, war klar: Ihr Geständnis ist schon ein Abschiednehmen von der Welt. Denn ohne die zweite Hälfte deines Herzens kannst du auch nicht überleben.


BBO: Vielen Dank für das Gespräch!
Quelle:  Bestseller Books Online 

Düstere Rolle (Focus)


Ist juristische Schuld auch moralische Schuld? Diese Frage steht im Zentrum der ZDF-Reihe „Schuld“ nach Ferdinand von Schirach. In der neuen Folge „Das Cello“ ist Schauspielstar Josefine Preuß am Freitagabend (21.15 Uhr) in einer Rolle zu sehen, die ihr sehr nahe ging: Eine junge Frau tötet ihren geliebten Bruder, der nach einem Unfall nicht mehr derselbe ist. FOCUS Online sprach mit Preuß.


FOCUS Online: Frau Preuß, was war für Sie an der Rolle der Tessa die größte Herausforderung?

Josefine Preuß: Ich habe die Bücher von Ferdinand von Schirach schon früher verschlungen – und „Cello“ war eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten. Der Autor hat die Essenz selbst einmal sehr treffend auf den Punkt gebracht: Alle Geschichten sind wahr, aber nicht real.

In der ersten Staffel von „Schuld“ wurde „Cello“ leider nicht mitverfilmt – wobei sich das im Nachhinein als Glück für mich herausstellte. Selbst beim Lesen ist sie schon so intensiv. Und es ist im Grunde eine griechische Tragödie: Auf der materiellen Ebene hat die Familie alles, vom Schicksal wird sie getreten. Wie ich zu der Rolle gekommen bin, ist eigentlich eine lustige Geschichte – ich habe mich quasi selbst beworben (lacht).


FOCUS Online: Wie genau?

Josefine Preuß: Wir haben in Prag gerade die „Hebamme 2“ gedreht und der Produzent Oliver Berben, der auch für „Schuld“ verantwortlich ist, hat uns am Set besucht. Mit halbem Ohr habe ich gehört, dass er über die Besetzung von „Cello“ spricht – also habe ich mich einfach selbst ins Gespräch gebracht, ich konnte nicht anders.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diese wundervolle Rolle nun spielen durfte. Was mich besonders fasziniert: „Cello“ zeigt vieles, das in Tessas Innerem stattfindet ohne große Dialoge. Es ist einfach pur und ehrlich. Die Geschichte ist tragisch, die Charaktere sind verzweifelt, aber es ist auch eine sehr berührende Geschichte.

Wenn ich mir die Folge ansehe, sehe ich nicht mich. Ich habe das Gefühl, ich bin völlig zu Tessa geworden. Im Grunde ist „Cello“ eine verlorene Variante von Hänsel und Gretel. Zwei Geschwister, die Hand und Hand mutterseelenallein durch den Wald gehen und auf Rettung hoffen.


FOCUS Online: Wie haben Sie am Set die nötige Vertrautheit geschaffen, so dass Sie sich in der Rolle haben fallen lassen können?

Josefine Preuß: Ich kannte meinen Filmpartner Louis Hofmann vorher tatsächlich nicht persönlich, nur seine Arbeit. Ich habe ihn zum Beispiel in „Land of Mine“ gesehen, dort fand ich ihn sehr beeindruckend.

Wir haben uns beim Dreh in Lissabon das erste Mal kennen gelernt und es war gleich eine Verbindung da. Wir hatten einen tollen, freundschaftlichen, aber auch sehr professionellen Zugang zueinander.

Und er ist hervorragend auf mich eingegangen. In der Szene, in der Tessa ihren Bruder ertränkt, hatte ich zum Beispiel sehr mit mir zu kämpfen. Und ich muss sagen: Louis hat mich gerettet. Er hat mich in den Arm genommen, quasi auf mich aufgepasst. Das war ganz skurril, schließlich war er in der Sequenz ja das eigentliche Opfer.


FOCUS Online: Inwiefern ist Tessa unschuldig, inwieweit schuldig?

Josefine Preuß: Sie hat einen Mord aus Heimtücke begangen, daran gibt es kein Rütteln – aus dieser Perspektive ist sie also schuldig. Bei so einer Tat drohen zwischen sieben und 15 Jahren Gefängnis. Und Mord bleibt Mord.

Aber: Ihre Beziehung zu ihrem Bruder ist total vertrackt. Wir haben es im Film nur angedeutet, aber von ihrem Bruder geht eine Form des sexuellen Missbrauchs aus. Auch, wenn Tessa diesen nicht untergräbt. Ich habe Tessa für mich so gespielt, dass sie ohnehin weiß, wie es für sie nach der Tat ausgeht. Dass es kein Zurück gibt. Und ich muss sagen: Ich verstehe diese Figur. Mitleid mit ihr zu haben, wäre zu einfach. Es ist die totale Überforderung. Sie hat einfach keine Kraft mehr.

Ich glaube, dass jeder Mensch etwas Dunkles in sich trägt. Und unter besonderen Umständen kann diese extreme Emotionalität aus uns allen ausbrechen. Trotzdem bin ich froh, dass „Cello“ so angelegt ist, dass sich jeder Zuschauer seine eigene Meinung von Schuld oder Unschuld schaffen kann.


FOCUS Online: Was bedeutet für Sie Schuld?

Josefine Preuß: Das ist ein großes Wort. Ich würde sagen, es betrifft einen immer persönlich. Die eigene Schuld wiegt am stärksten, das, was wir selbst verantworten müssen.


FOCUS Online: „Cello“ ist thematisch harter Tobak – wie konnten Sie das für sich angenehmer machen?

Josefine Preuß: Das Team kannte sich – wir haben auch zusammen die beiden „Die Hebamme“-Teile gedreht. Die Vertrauensbasis war also gegeben. Und Drehzeit ist Lebenszeit, man kann nicht den ganzen Tag tieftraurig verbringen. Also hatten wir hinter der Kamera in den Pausen viel Spaß – da war das ganze Team wie ausgewechselt.

Aber alle haben gemerkt, was dieses Familiendrama mit einem macht - man kann die düsteren Töne nach Feierabend nicht einfach abschütteln. Also haben wir viel zusammen unternommen, um runterzukommen und zu vergessen. Ein Vorteil: Während der Dreharbeiten war gerade EM. Und wenn ein Spiel war, haben wir das zusammen geschaut, gegrillt und Bier getrunken. So kam die Normalität schnell wieder zurück.


FOCUS Online: Sie haben vier Jahre Violine gespielt – spielen Sie das Cello im Film auch selbst?

Josefine Preuß: Nein, das war gespielt. Aber ich hatte tatsächlich Unterricht. Während der Vorbereitung auf die „Cello“-Dreharbeiten habe ich parallel „Das Sacher“ in Wien gedreht. Ich habe in dem Film eine ungarische Prinzessin gespielt, und war sowieso in einer sehr klassischen Stimmung. Ich war von antiken Gebäuden umgeben, habe nur Bach gehört.

Da passte „Das Cello“ ganz wunderbar herein. Also hat mir mein Cello-Lehrer nach Feierabend Stunden gegeben. Ich wollte das Spielen eigentlich nur imitieren, aber er bestand tatsächlich darauf, bei Null zu beginnen. Wie halte ich das Instrument richtig, wie zupfe ich die Seiten – alles von Grund auf.

Aber wir hatten leider nicht viel Zeit zusammen. Und ich brauchte ein Erfolgserlebnis und war kurz vor der Verzweiflung. Also habe ich mir Youtube-Tutorials angeschaut (lacht). Allerdings wollte ich beim Üben meine Nachbarn in Wien nicht nerven, denn es klang einfach schrecklich.

Ein Bekannter hat mir dann den rettenden Tipp gegeben: Wenn man die Cello-Saiten mit Tesa abklebt, geben sie keinen Ton mehr von sich. Am Ende war ich sehr zufrieden mit mir – und die Produktion wohl auch. Beim „Cello“-Dreh in Berlin hatten sie für die Großaufnahmen eine Dame von der Musikschule als Double engagiert. Aber weil ich meine Sache ganz gut gemacht habe, kam sie nicht zum Einsatz.


FOCUS Online: Sind die Zeiten der Teenie-Komödien jetzt endgültig vorbei oder könnten Sie sich das noch einmal vorstellen?

Josefine Preuß: Das würde ich nicht ausschließen. Ich unterhalte die Menschen gern und die Abwechslung macht es. „Cello“ ist natürlich ein Wahnsinns-Drama, aber ich bin Komödien nicht abgeneigt. Demnächst bin ich zum Beispiel in der DDR-Verwechslungskomödie „Vorwärts immer“ zu sehen. Und: Menschen zum Lachen zu bringen ist wesentlich schwieriger, als sie zum Weinen zu bringen. Deswegen sind auch Komödien für einen Schauspieler eine Herausforderung.


FOCUS Online: Sie haben viele Kollegen, die Regie führen – Sie haben das in einem Interview neulich abgelehnt. Warum?

Josefine Preuß: Ich schließe Regie für mich aus, weil ich es mir nicht zutrauen würde. Ich würde ewig casten, um die perfekte Besetzung zu finden und am Set gar nichts mehr machen zu müssen (lacht). Aber ich mag es, wenn Regisseure wirklich mit einem arbeiten und nicht sagen, „Jetzt mach mal“. Ich wäre wohl eher der letzte Typ – deswegen möchte ich das nicht machen.

Aber ein paar Flausen hat man natürlich im Kopf. Ich würde nicht pauschal ausschließen, zu produzieren. Gefühlt habe ich lange genug in der Branche gearbeitet und bin in ihr groß geworden. Aber schauen wir mal – ich bin da noch jung!


Quelle: FOCUS

Jeder kann zum Täter werden (SpotOnNews)

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In „Schuld nach Ferdinand von Schirach“ wird Josefine Preuß zur Mörderin. Im Interview erzählt sie, warum die Rolle sie zum Weinen brachte.
Was macht man, wenn der eigene Bruder einen Unfall hat - und danach nicht mehr derselbe ist? Um diese schwierige Frage geht es in der Folge „Das Cello“ der ZDF-Serie „Schuld nach Ferdinand von Schirach“, die am Freitag um 21:15 Uhr ausgestrahlt wird. Josefine Preuß (31, „Türkisch für Anfänger“) verriet im Interview mit spot on news, wie schwer ihr die Rolle gefallen ist, wie sie mit Nacktszenen umgeht und, ob jeder zum Mörder werden kann.
Ihre Rolle Teresa Tackler gibt sich selbst komplett auf, um ihren kranken Bruder Leonhard zu pflegen. Sie haben selbst eine Schwester - könnten Sie sich vorstellen das Gleiche für sie zu tun?
Josefine Preuß: Diese Frage will ich mir eigentlich gar nicht stellen. Meine Schwester ist nur drei Jahre älter und kerngesund, ich will mir gar nicht ausmalen, was wäre wenn. Aber natürlich steht die Familie für mich über allem. Egal wo ich auf der Welt bin, ich wäre innerhalb 24 Stunden immer da.
Die Geschichte von "Das Cello" geht einem sehr nahe, beschäftigt einen auch nach dem Film. Konnten Sie das nach dem Dreh beiseitelegen oder nehmen Sie so etwas mit nach Hause?
Preuß: Bei andern Projekten kann ich das super ablegen. Aber bei diesem Film hatte ich an einigen Tagen tatsächlich ein bisschen damit zu kämpfen. Es nimmt einen mit. Gerade die Anfangsszene, in der Teresa ihren Bruder umbringt hat mich sehr übermannt. Danach musste ich erst einmal fünf Minuten weinen und mich umarmen lassen. Da habe ich kurz die Kontrolle verloren.
Sind die intensiven Geschichten das Erfolgsgeheimnis hinter "Schuld"?
Preuß: Ja, die Geschichten mit unglaublichen Charakteren, außerdem ist es qualitativ sehr wertvoll gefilmt. Es nimmt aber vor allem mit, weil es nach wahren Begebenheiten ist. So etwas kann man sich gar nicht ausdenken. Das Leben ist noch viel krasser. Man kann sich gar nicht ausmalen, was es für dunkle Seelen in dieser Welt gibt.
Nach dem Unfall von Leonhard gibt es auch eine verstörende sexuelle Verbindung zwischen den Geschwistern und einige Nacktszenen. Kostet es Sie Überwindung, sich am Set auszuziehen?
Preuß: Daran gewöhnt man sich nie. Man hat keinen Schutz, keine Maske, sondern ist hilflos ausgeliefert. Weil ich das Drehbuch kenne, weiß ich aber auf was ich mich einlasse. Außerdem war der Umgang am Set höchst professionell. In dieser Geschichte sind die Nacktszenen einfach ein wichtiger Aspekt. Und im Endeffekt sieht man ja nichts, außer einen nackten Po.
Ihre Figur kann höchstens beim Musizieren abschalten und selbst das wird ihr im Laufe der Geschichte genommen. Wie entspannen Sie privat am besten?
Preuß: In einer gemütlichen Runde mit meinen Freunden mit einem schönen Wein und gutem Essen - das ist für mich Entspannung pur.

Glauben Sie, dass jeder zum Mörder werden kann?

Preuß: Ja, ich lege meine Hand ins Feuer: Jeder kann zum Täter werden. Es muss ja nicht gleich ein Mord sein. Wir sind Menschen voller Emotionen, sowohl die negativen als auch die positiven. Wir werden wütend, zornig, haben Rachegefühle.
 

Sonntag, 24. September 2017

Das Neue (23/2017)

Josefine Preuß im Gespräch mit "Das Neue" (Nr. 23 / 2017)

Samstag, 23. September 2017

Kölner Treff

Josefine Preuß war am 22.09.2017 zu Gast beim Kölner Treff.



Die gesamte Sendung zum Nachschauen: